Die Sache mit der Weiblichkeit – “Irgendwie fehlt mir dieses Gen”

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Hallo meine Lieben,

heute gibt es einen Blogpost, der sicherlich auf viel negatives Feedback stoßen wird, aber ich denke dennoch, dass ich ein gutes Recht darauf habe, meine Meinung, meine Einsichten und meine Gedankengänge wiederzugeben, ohne angegangen zu werden. Wenn du also konservativ eingestellt bist, was die Themen Ehe, Kinder bekommen, weibliche Darstellung, etc. angeht und kein Verständis dafür hast, dass manche Menschen andere Prioritäten im Leben haben, dann lies diesen Artikel bitte nicht. Ich möchte lediglich meine Gefühle zum Thema Weiblichkeit wiedergeben und hoffe das der ein oder andere da draußen, dem es ähnlich geht, sich ein bisschen weniger alleine fühlt. Los gehts!

An einem dieser Abende: Ich sitze neben meinem Vater im Wohnzimmer, wir schauen das Brasilien Spiel und reden darüber was Neymar eigentlich für ein Affe ist, ich reiße meine dummen Witze, rülpse, lache. Halbzeit: Ich scrolle durch meinen Instagram Feed, dann Facebook, dann Whatsapp, Hochzeitsbilder mit lachenden Menschen strahlen mich an, Babys mit riesigen Augen schauen auf mich zurück. Ich denke… “Irgendwie fehlt mir dieses Gen”, einer dieser immer wiederkehrenden Gedanken, welcher mich auf Hochzeiten, Taufen und Kindergeburtstagen heimsucht.

Die Sache mit der Weiblichkeit – “Irgendwie fehlt mir dieses Gen”

Nein, ich finde Songetexte von Silbermond zitieren nicht “mega romantisch”,
nein ich finde Babys in Schalen legen und mit irgendwelchen komischen Kostümen fotografieren, nicht “voll die schöne Erinnerung”,
nein ich bin nicht total verzweifelt weil ich weder verheiratet bin, noch Kinder habe
und nein, ich höre meine biologische Uhr nicht ticken.

Ich sage absolut nichts gegen Menschen die verheiratet sind oder Kinder haben, ganz im Gegenteil, ich finde es wunderbar, wenn zwei Menschen sich dazu entscheiden den Rest ihres Lebens miteinander zu verbringen und Kinder in die Welt setzen, weil sie es von Herzen wollen, aber das möchte eben nicht Jeder und DAS sollte man akzeptieren.

Die Sache mit der Weiblichkeit – “Manchmal habe ich das Gefühl als stimme etwas mit mir nicht”

Manchmal habe ich das Gefühl als stimme etwas mit mir nicht, da ich einfach nicht die Dinge genieße, die ich genießen sollte im traditionellen Sinne, zum Beispiel finde ich einen Abend nur unter Frauen extrem anstrengend, ich interessiere mich nicht für den neuen Friseur an der Straße XYZ und finde den pinken Einhorn-Cocktail auch nicht “Zuckersüß”, eher zum kotzen. Ich bin mehr Bauer als Prinzessin, komme besser mit dem anderen Geschlecht klar als mit meinem eigenen (gibt auch Ausnahmen), lache lieber aus vollem Herzen, auch wenn es sich anhört wie ein sterbendes Eichhörnchen, statt nicht “lady-like” rüber zu kommen, reiße lieber dumme Witze und bin die Einzige die lacht, statt Andere krampfhaft zum Lachen bringen zu wollen.

Die Sache mit der Weiblichkeit – “Muss ich pink mögen, Babys süß finden, 24/7 hübsch aussehen?”

Das Bild der Frau oder Weiblichkeit wurde schon in unzähligen Posts und Artikeln thematisiert. Erst heute sagte wer im Fernsehen “Frauen haben mehr Östrogen im Körper, was sie dazu bringt viel Wert auf Schönheit zu legen”. Naja, lieber Herr im Fernsehen, mein Östrogen hatte wohl heute Pause, als ich barfuß, verschwitzt und dreckig im Garten hantiert habe?! Wann hören solche selbsternannten Spezialisten auf alles und Jeden über einen Kamm zu scheren? Nein, ich lege keinen Wert darauf morgens um 6 Uhr aufzustehen, um mich “hübsch” zu machen, es reicht mir länger zu schlafen und dann “nur” gepflegt auszusehen, nein ich möchte nicht alles kaufen wo ein Einhorn und/oder Glitzer drauf ist, nein ich denke nicht, dass nur weil etwas pink ist, es nur für Mädchen ist, Jungs dürfen auch pink mögen. Wer hat sich diese unsinnigen Stereotypen ausgedacht?

Die Sache mit der Weiblichkeit – “Nein ich bin nicht lesbisch!”

Da es die Menschen verbindet über andere Menschen her zu ziehen, war es auch nur eine Frage der Zeit, bis mir diese Frage gestellt wird “Bist du lesbisch?”, noch bevor ich antworten konnte ging es weiter “Also verstehe mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Lesben…”. Das war vor einigen Jahren und hat mich in dem Moment richtig schockiert, ich verneinte und beendete die Konversation. Sofort hinterfragte ich, wie es dazu kommen konnte, analysierte jegliche Charakterzüge, Dinge die ich gesagt und getan habe, wie ich mich gebe, und so weiter. Schließlich hatte ich eine ganze Reihe an Gründen, oder eher eine ganze Reihe an Dingen, die nicht “richtig” an mir waren. Ich fing an mit Make-Up und anderer Kleidung zu experiementieren, was mir zwar Spaß gemacht, aber was sich doch eher wie ein tägliches Kostüm angefühlt hat. Jetzt rückblickend weiß ich, dass mit mir absolut NICHTS falsch war, sondern wirklich alles mit dieser Person, die mir die Frage gestellt hat.

Heute lache ich darüber, was mir damals so ans Herz gegangen ist. Ich feier lieber die Person die ich bin, so un-lady-like ich auch sein mag. Ich fühle mich frei wenn ich meine dummen Witze reiße, keine Sorgen habe mich dreckig zu machen oder die Haare mal nicht liegen, ich akzeptiere wer ich bin und wie ich bin, akzeptiere meine Wünsche, Träume und Ziele, auch wenn sie von der Norm abweichen sollten und bin dennoch tolerant gegenüber Menschen, die meine Lebensweise und meine Art nicht verstehen. Nicht Jeder erreicht den Punkt der Akzeptanz im Bezug zu seinen Mitmenschen. Es ist ein Lernprozess und ein Prozess um sich zu öffnen, doch wenn man es einmal geschafft hat, realisiert man das es nichts gibt wie “typische Männlichkeit” und “typische Weiblichkeit”, Jeder hat die Freiheit so zu sein wie man ist.

Mich würde eure Einstellung zu diesen Themen interessieren, hinterlasst doch gerne einen Kommentar!

Weitere Gedankenposts findet ihr hier!

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12 Kommentare

  1. 15. Juli 2018 / 9:45

    Hallo Yvonne,

    mir ging es mit dem Thema Heiraten und Kinderkriegen lange Zeit wie dir. Vor allem wenn du über 30 Jahre alt wirst, kommt die Nachfragerei von der Aussenwelt noch hinzu und du fühlst dich wirklich nicht “normal”. Einen Post zum Thema Kinderkriegen habe ich hier verfasst:https://www.instylequeen.de/?p=16081
    Geheiratet habe ich erst nach 14 Jahren Beziehung. Ganz allein mit unseren Trauzeugen, die von NICHTS wussten. Kinder wollten wir nie! Hat uns immer genervt, weil wir mit unserem Leben wie es ist GLÜCKLICH waren und nicht immer über Kinderkacke sprechen wollten. Nun kam unsere Tochter ungeplant zu uns und wir sind immer noch glücklich. Was ich damit sagen will, jeder Weg ist richtig. Ob unverheiratet, kinderlos, kinderreich oder nicht. Auch ohne Kind wären wir sicherlich ebenfalls glücklich geblieben. Mach dir keinen Kopf, das Leben macht was es will und du wirst die richtige Entscheidung für dich treffen. Liebst Jasmine

  2. 15. Juli 2018 / 11:25

    Wow, echt toll geschrieben !
    & ich kann dich echt verstehen …

  3. 15. Juli 2018 / 13:51

    Hey, ein super Beitrag und ich muss sagen, dass ich dir absolut zustimme- mir fehlen da auch einige Gene- angefangen vom Schuh- oder Taschentick der bei gleich Null ausgeprägt ist :P.
    Liebe Grüße!

  4. Snowgirl
    15. Juli 2018 / 16:05

    Hallo, auch Ich finde deinen Beitrag völlig legitim.
    Wir haben nur dieses eine Leben und jeder sollte es so gestalten, wie er es mag. Nach den Vorstellungen anderer zu Leben, nur weil es nicht der “Normalität “entspricht, wäre selbstbetrug.
    Was die Modewelt angeht, finde ich es viel schwerer gegen den Strom zu schwimmen.Die Menschen sollten viel mehr für Ihre Persönlichkeit Anerkennung erhalten und nicht für ihr aussehen.
    Danke für die klaren Worte

  5. 15. Juli 2018 / 21:29

    Omg danke! Ich liebe deinen Artikel. Ich für meinen Teil LIEBE Fashion, Mode und NEIN ich trage keine High Heels, um den Männern zu gefallen und JA ich mache das für mich. Aber gerade das mit diesem Kindchenschema scheint bei mir auf (nach unserem Spezialisten) taubes Östrogen zu stoßen. Die Vorstellung von mir als Mutter finde ich einfach nur furchbar und ich glaube ich werde mein Leben lang eine dieser Frauen werden, die Kinder eher nicht in ihrer Nähe haben möchten. Aber wie du schon angedeutet hast… das muss jede Frau ganz für sich allein entscheiden.

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

    Achja… und dieses Kinderhype Ding auf Instagram geht mir so auf die Nerven. Die armen Dinger, wenn die dann mal in die Pubertät kommen und den Instagram Account der Mutter sehen müssen…

  6. 15. Juli 2018 / 22:42

    Liebe Yvonne,

    Ich finde Deinen Post sehr mutig und authentisch. Bei einigen Punkten kann ich Deine Gefühle sogar sehr gut nachvollziehen. Auch wenn ich als Beauty-Blogger ein großes Interesse an Kosmetik habe, würde es für mich ebenfalls niemals in Frage kommen, um 6 Uhr aufzustehen, um mich hübsch zu machen. Im Alltag bin ich sowieso grundsätzlich ungeschminkt, da mir die Zeit dafür viel zu Schade ist und ich sie lieber in etwas anderes investiere.

    Mich stört es nicht, dass nicht jeder meine (oder unsere) Meinung teilt. Allerdings finde ich es genau wie Du, schade, dass das Bild einer Frau immer auf Pink und Rüschen reduziert wird. Ich finde es toll, dass es so viele verschiedene Typen und Persönlichkeiten gibt. Für mich macht eine “Schöne” Frau aus, dass sie innere Werte hat und weiß, wer sie ist und was sie will. Deswegen würde ich nie auf die Idee kommen, Dich als “unfeminin” zu beschreiben. Im Gegenteil – Ich finde Dich sehr mutig und modern.

    Der Kommentar ist jetzt etwas deep geworden.. Also gibt es jetzt noch einen Smiley 🙂

    Liebe Grüße,

    Lisa

  7. 16. Juli 2018 / 12:33

    Hello from a human being. Just wanted to let you know it’s not only bots who visit your blog 😀 Enjoy your holiday!

  8. 16. Juli 2018 / 13:16

    Sehr sympathisch! Wirklich! Ich selbst bin auch so. Habe mich immer als Gegen-den-Strom-Schwimmer betrachtet. Habe immer lieber mit Jungs gespielt, Puppen links liegen gelassen, rosa/pink mag ich heute noch nicht … und durch meine schmale Figur habe ich eh schon immer eher wie ein Bub ausgesehen. Ich hab’s nicht mit der Schminkerei, Deko und dem anderen Mädchen-Kram. Ich habe auch einen technischen Beruf ergriffen.
    Nichtsdestotrotz bin ich inzwischen verheiratet und habe Kinder. Ein Bub und ein Mädel. Wo sie das mit dem Rosa-Glitzer-Einhorn-Kram her hat, kann ich nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich von der Schwiegermutter. Ich tu’ mir da echt manchmal schwer mit ihr. Auch bin ich nicht diese Über-Mutter, die dauernd um ihre Kinder herum-helikoptert oder sich auf einen Cappuccino mit Müttern zusammensetzt und über andere Mütter herzieht.
    Dennoch bezeichne ich mich als Frau. Es gibt viele unterschiedliche Typen. Ich war halt schon immer der eher androgyn-burschikose Typ.

    LG, Tina

  9. 16. Juli 2018 / 14:02

    WOW. Du sprichst sowas von aus der Seele. Genau so fühle ich mich. Öfters bekomme ich einen schrägen Blick, wenn ich sage, dass ich Männer T-Shirts liebe oder ich sehr gerne Oversize Sachen trage. Aber so bin ich nun mal und nicht weil ich mein Mann werden will. Oh nein, definitiv nicht, ich bin froh eine Frau zu sein. Ich finde Männerklamotten und generell Oversize sachen einfach lässiger und es steht mir einfach besser. Ich finds echt schade, dass man gleich in eine Schublade geschoben wird.

    Deine Worte zu diesem Thema sind echt großartig und wahr – toller Blogpost!!

    LG. Nathalie
    https://hardliquormixed.blogspot.com/

  10. Jessica
    17. Juli 2018 / 7:56

    Was du eigentlich festgestellt hast, ist, dass „Männer-„ und „Frauenrollen“ total überholt und nutzlos sind. Du darfst so sein wie du bist und bist dabei nicht weniger Frau als alle anderen. Dir fehlt kein Gen. Woher wissen wir denn, dass wir eine Frau sind? Keine Ahnung, wir wissen es einfach, das ist ein Gefühl. Und das ist es und alles ist gut so wie es ist und wie du bist. 🙂

  11. 17. Juli 2018 / 12:17

    Du bist ja lustig. Dein text hat mich zum schmunzeln gebracht.
    Bei einigen Dingen habe ich mich wieder gefunden.
    Nur die Sache mit dem verheiratet sein und der Wunsch nach einem Kind ist bei mir da.
    Aber wie du sagst, jeder wie er mag.
    Würde niemals jemanden verurteilen, weil er keinen Kinderwunsch hat oder nicht verheiratet ist.
    Ich mag auch keine Frauenabende. Schaue gerne Fußball und fühle mich im Stadion sehr wohl.
    Lache gerne und verstehe mich oft besser mit Männer.
    Bei mir ist das so ein Zwischending. Mal total Prinzessinnen haft und dann mal der beste Kumpel.
    Hauptsache man fühlt sich wohl.
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

  12. 29. Juli 2018 / 11:35

    Liebe Yvonne,
    ich bin da ganz bei dir! Warum sollte man sich denn auch verstellen, nur um dem “perfekten” Frauenbild zu entsprechen?
    Jeder sollte so sein, wie er ist und sich wohlfühlt.
    Und als ich den Satz zu deinem “Lachen wie ein sterbendes Eichhörnchen” gelesen habe, hat mich das sehr an meine eigene Lache erinnert! 😀

    Alles Liebe,
    deine Amelie | https://amelieruna.com/

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