Skinny Shaming die Zweite – “Ich hab mir ja kurz Sorgen gemacht”

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Hallo meine Lieben,

ich habe vor ein paar Wochen zum Thema Skinny Shaming einen Beitrag geschrieben, indem ich euch von einer Begegnung auf der Arbeit berichtet habe. Ich habe diesbezüglich ein Wahnsinns-Feedback bekommen und dachte mir, dass ich euch eine Weiterführung schulde!



Für die Leute die neu auf meinem Blog sind und nicht wissen, was das hier so soll. Ich veröffentliche jeden Sonntag, mein persönliches Wort zum Sonntag, oder eher Gedankenposts wie ich sie betitelt habe. Dieser Blogpost baut auf einen Anderen auf, daher macht es Sinn diesen vorher zu lesen.

Skinny Shaming – “Ich hab mir ja kurz Sorgen gemacht”

Wie in so einigen Gedankenposts erwähnt, habe ich durch meinen Nebenjob immer Kontakt zu den interessantesten Persönlichkeiten, sei es Positiv oder auch Negativ. Die Person aus dem letzten Skinny Shaming Post hat übrigens diesbezüglich nichts mehr gesagt, entweder liest er meinen Blog oder hat eingesehen, dass er wohl über das Ziel hinausgeschossen ist.

Ich möchte euch heute aber von einer anderen Begegnung berichten, nennen wir ihn mal den Hahn. Der Hahn hat sich nämlich seinen Namen verdient, da er sich vor mir aufplustert, reckt und streckt und mich eben an einen Hahn erinnert. Er stöhnt auf und lässt Alle daran teilhaben, wie anstrengend sein Leben ist. Nun gut.

Der Hahn schnattert auch ganz gerne, wie am besagten Tag. Es lief so ab. Er kam auf mich zu, reckte sich und ließ einen lauten Säufzer ab, plusterte sich auf, bestellte einen Kaffee und machte es sich bequem. Ich wusste, dass er so schnell nicht wieder gehen wird, aber das war mir auch ganz recht. Es gab nichts zu tun und so konnte ich wenigstens ein bisschen Zeit verstreifen lassen.

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“Du bist doch Die, die so viel isst?”

Japs….das war sein erster Spruch. “Häh?”…sehr kreative Antwort oder? “Ja, du isst doch so viel”. Ich schnupperte ein gefundenes Fressen, ließ die 3% Latina in mir raus und ging á la Detektiv Conan auf Spurensuche. Ich fuchtelte mit meinem Zeigefinger vor seiner Nase rum und verlangte weitere Informationen. “Man sagt sich das hier so” sagte er nur und fing an zu lachen, “Ich muss schon sagen, als ich dich das erste mal gesehen habe, hab ich mir doch schon Sorgen gemacht”.

Ich mein, ich wusste ja schon, dass ich bei GZSZ arbeite, aber das meine Essensgewohnheiten sich so rumsprechen fand ich ziemlich merkwürdig. Wenn ich aber gut darüber nachdenke, dann wundert es mich doch nicht. Meist tauche ich auf der Arbeit mit einem riesigen Rucksack und 4 Tuppa-Behältern auf. Das sowas in den Augen von anderen Leuten doch sehr skurril aussehen muss, kann ich vielleicht dann doch einsehen.

In dem Moment konnte ich dann auch nur noch über mich selber lachen, was solls auch?

“Ich wusste schon das irgendwas nicht mit dir stimmt”

So ging die Konversation also mit dem Hahn weiter, er wollte wissen, was ich denn so gerne esse und ich erzählte ihm von meiner selbstgemachten Lasagne, die ich abgöttisch liebe. “Selbstgemacht?” fragte er mich nur noch, “Wie machst du die denn?”. Ich berichtete ihm also ausgiebig wie man eine vegane Lasagne kocht und seine Antwort war nur “Ich wusste schon das irgendwas nicht mit dir stimmt”. Ja auf jedenfall stimmen so einige Dinge nicht mit mir, aber die bewusste Entscheidung zu treffen keine toten Tiere zu konsumieren, gehört da wohl nicht dazu. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass es verschwendete Energie ist, sich mit solchen Leuten auseinander zu setzen. Ich habe es dann dabei belassen und irgendwann hat sich der Hahn auch wieder auf dem Weg zu seinem Stall gemacht.

Der Grad zwischen Besorgnis und Irrglaube

Ich muss sagen, dass ich im Gegensatz zu meiner letzten Begegnung, diese ganze Situation mit Humor genommen habe. Ich weiß, dass es manche Menschen einfach nicht besser wissen. Besorgnis für eine andere Person zu empfinden, sollte auch generell etwas Gutes sein. Auch wenn der Hahn über sein Ziel hinausgeschossen ist, weiß ich, dass es andere Menschen nur gut meinen.

Beispielsweise eine Arbeitskollegin von mir, die ich einfach so erfrischend echt und ehrlich finde. Sie redet frei nach der Leber, da kann auch gerne mal ein “Du siehst heute richtig geil aus, bisschen was musst du aber noch auf die Rippen kriegen” rausrutschen. Sie kennt mich besser, sie kennt meine Tuppa Sammlung und ich weiß dass sie es nur gut meint. Wie könnte ich ihr so eine Bemerkung auch übel nehmen?

Der Grad ist schmal zwischen Besorgnis und Irrglaube, vor allem wenn man eine Person nicht kennt. Man kann auch nie wissen, was solche Bemerkungen bei dem Gegenüber anrichten können. Ich denke auch, dass es im Allgemeinen keinen guten Effekt haben kann, überhaupt über den Körper einer anderen Person zu urteilen und dieser Person dann die eigene Meinung noch aufdrücken zu müssen, ganz gleich ob Übergewichtig oder Untergewichtig.

Glücklicherweise beeinflussen mich solche Situationen in keinster Weise, ich nehme sie zur Kenntnis, schreibe darüber, da ich denke, dass es sinnvoll ist, über solche Probleme aufzuklären und lebe mein Leben weiter. Es wird eben immer Menschen geben die einen zu dünn, hübsch, hässlich, dumm, schlau, nervig, inspirierend oder was auch immer finden, viel wichtiger ist es dennoch sich dadurch nicht definieren zu lassen.

So, ich hoffe euch hat dieser Artikel gefallen und mich würde eure Meinung zu dem Thema sehr interessieren! Falls ihr nun noch Lust habt weitere Gedankenposts zu lesen, dann schaut doch gerne mal hier vorbei!

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3 Kommentare

  1. LovingCarli
    12. August 2018 / 15:04

    Egal was andere sagen, lass dich bloß nicht davon ärgern. Ich finde du siehst toll aus. Ja du bist sehr schlank, ich finde aber nicht, dass du krankhaft schlank aussiehst sondern gesund. Dein Artikel war sehr offen und ehrlich geschrieben. Super!!

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com

  2. 13. August 2018 / 16:58

    Es ist egal was andere denken. Lass dich davon nicht unterkriegen.
    Finde es super, dass du so offen darüber redest.
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

  3. Heloise
    13. August 2018 / 18:19

    Ein toller Post, du schreibst sehr witzig über ein schwieriges Thema! Ich hab vor ein paar Tagen Kollegen gehört, wie sie ähnliche Bemerkungen über eine dritte Person gemacht haben, und ärgere mich bis heute, dass ich da nichts gesagt habe…

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