Gedankenpost – Influencer „Ich bin berühmt auf Instagram“

Influencer "Ich bin berühmt auf Instagram"

Hallo meine Lieben, ich glaube es kaum, aber es ist schon wieder Sonntag und somit ist es wieder Zeit für einen Gedankenpost, diesmal zum Thema Influencer und einer Begegnung diese Woche.

Für die Leser die meine Gedankenposts noch nicht kennen, beschreibe ich hier nochmal kurz das Prinzip. Ich bin ein ziemlich starker Kopfmensch und nutze jeden Sonntag die Möglichkeit meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und diese mit euch zu teilen. Das sind nicht immer schöne Themen, manchmal regen sie zum Denken an und manchmal kotze ich mich einfach aus.

Spoiler Alert, diesmal kotze ich mich besonders stark aus!

Influencer oder Influenza?

Wie der ein oder andere von euch weiß, bin ich seit 2 Monaten wieder unterwegs. Spontan habe ich sogar noch einen kleinen Trip nach Bali eingebaut. Das letzte mal war ich dort vor 2 1/2 Jahren und eigentlich habe ich nicht geplant wieder dorthin zu fliegen. Ihr kennt das sicher, man hat so eine schöne Zeit an einem Ort, aber es ist einfach nie so wie es mal war, wenn man den Ort nochmal besucht. Das Bali sich an sich stark verändert hat, habe ich mir schon denken können, doch ich erwartete nicht wie stark sich das Publikum in die pseudo Instagram Famous Ecke bewegt hat.

Ich hatte ausnahmsweise mal eine schöne Unterkunft mit Pool und lag eines Tages auf einer Liege als ein prollo Macker mit seiner leicht bekleideten Tussi das „Hotel“ betrat und auf eine mehr als unhöfliche Art und Weise anfing mit dem Personal zu debatieren. Als es dann um den Preis ging, der wirklich alles andere als hoch war, fiel der Satz „I’m famous on Instagram“. In mir stieg direkt die Kotze hoch und ich schämte mich regelrecht für die Ignoranz und Dummheit dieses Typen. Was ist das bitte für eine Welt?

Influencer "Ich bin berühmt auf Instagram"

Influencer als Label

Bali ist einfach nur noch „Gesehen und gesehen werden“, der Kontrast zwischen dem traditionellen balinesischen Leben und diesem Hipster Chaos war für mich wohl der größte Kulturschock meines Trips. In gewisser Weise habe ich mich sogar schlecht gefühlt einen Teil dieser Welt zu sein. Als Blogger bekommt man heutzutage direkt einen Stempel auf die Stirn gesetzt, was die Leute nur nicht wissen ist, dass es tatsächlich Menschen gibt die jahrelang schon Bloggen und es aus reinem Spaß an der Freude machen. Die angefangen haben, als noch kein Geld, Likes, Filter oder Follower involviert waren. Kaum zu glauben oder?

Ich habe einen interessanten Artikel gelesen, leider habe ich echt keine Ahnung mehr wo ich es aufgeschnappt habe, aber es ging um die Geschichte der Werbung und des Marketings. Der interessanteste Aspekt war einfach der simple Gedanke, dass jahrelang so viel Geld in Werbung mit Stars, Sportlern und Models gepumpt wurde (was auch immer noch passiert), die versucht haben uns zu überzeugen Scheiße zu kaufen die wir nicht brauchen und heutzutage verkaufen wir uns diese Scheiße einfach gegenseitig.

Sicherlich bin ich auch nicht Mutter Theresa, natürlich habe ich auch Werbung auf meinem Blog und Instagram gemacht, aber die Realisierung ist ein Prozess und nicht mehr Teil dieses Problems sein zu wollen ist eine Entscheidung.

Wie sieht die Zukunft aus?

Ehrlich gesagt mache ich mir Sorgen um die Zukunft, vor allem was ich gestern und heute schon wieder sehen durfte. Ich bin gestern von Kuala Lumpur nach Taipeh geflogen und auf diesem 4 Stunden Flug saß ein kleines Mädchen in einem der vorderen Sitze und hat sich kontinuierlich gefilmt und Selfies gemacht. Neben ihr saß ihre Mutter und daneben die Großmutter. Ich möchte hier sicherlich Niemanden verurteilen, aber stellt euch dieses Bild bitte mal vor. Drei Generationen und die Jüngste beguckt sich selber 4 Stunden mit dem Handy…

Die Lösung ist wohl selber damit Frieden zu schließen und den Weg zu gehen, den man selber für richtig hält. Ich nutze diesen Blogpost auch nur um mich mal richtig aufzuregen, es dann los zu lasse und vielleicht den ein oder anderen von euch zum Denken anzuregen.

Wie seht ihr das? Habt ihr selber schon solche Erfahrungen gemacht und wie geht ihr mit dem ganzen Influencer Wahnsinn um?

Influencer "Ich bin berühmt auf Instagram"


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6 Kommentare

  1. 16. Dezember 2018 / 9:54

    Hey. Guter Post. Natürlich ist es in der heutigen Zeit nicht so einfach, an den sozialen Medien vorbei zu kommen und ich denke, man sollte sie nutzen. Aber wie mit allem, macht auch hier die Dosis das Gift. Zu viel ist ungesund. Sich dabei irgendwann selber zu wichtig zu nehmen, ist sicher eine Gefahr, der man sich bewusst sein sollte. Meiner Meinung nach, muss das Ziel sein, eine gute Balance zu finden, mit der man das eigentliche Leben nicht vergisst.

  2. 16. Dezember 2018 / 13:48

    Die Influenza ist eine logische Fortsetzung. Ich blogge seit 2006 und überlege oft, wann ich endlich damit aufhöre. Früher haben weniger Leute gebloggt und es war eher eine virtuelle Gemeinschaft von Individualisten, deren „Spinnereien“ durchaus erfrischend waren. Heute bloggen vielleicht auch nicht viel mehr, aber die Art hat sich verändert, und dazu kommen Instagram und Facebook und so weiter.

    Heute will der Leser nichts mehr geschenkt. Man muss für seine Geschenke eine Marketing-Strategie aufbauen. Instagram ist da doch super, denn man braucht nichts, was man schon hat: Sich selbst, ein Smartphone, und… erm ja geilen Arsch und geiles Leben. Jeder kann es schaffen! Dieser Mythos zieht natürlich viele Leute an. Und so vermarkten wir uns alle.

    Als Künstler weiß ich: Erfolg im Sinn von Aufmerksamkeit (nicht Geld, das ist was anderes) hängt von vielen Faktoren ab. Qualität ist einer davon, aber eher ein geringer. Am Besten klappt es mit Niveausenkung in den breiten Mainstream und dann gib ihm, volle Kanne Marketing.

    Kurzum, Popularität im Netz ist oft der Ausverkauf von Persönlichkeit.

    Wie viel schöner ist es, in Real Life auf einer Bühne zu stehen und zu spüren, dass man ein Publikum hat.

  3. 16. Dezember 2018 / 14:35

    Hey, Influencer Wahnsinn klingt passend.
    Ich finde es unschön, aber ich vermute, auch dieser Trend geht zurück. Zumindest mache ich gerade die Erfahrung, dass die Jugend schwer zurück fährt.
    Ich wünsche dir einen schönen 3. Advent!

  4. 17. Dezember 2018 / 12:04

    Interessanter Post!
    Ich muss sagen, dass ich mich von dem ganzen Trubel so weit wie möglich entferne und wirklich nur Menschen auf Social Media folge, die ich inspirierend finde oder mit denen ich mich identifizieren kann. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt aber ich hoffe, dass sowohl Influencer als auch Konsumenten anfangen das Ganze etwas zu hinterfragen.

    Liebe Grüße
    Vanessa

  5. 18. Dezember 2018 / 13:38

    Ich verstehe so sehr was du meinst. In Paris hatte ich das Gefühl. dass in den Abendstunden der funkelnde Eiffelturm bei den meisten nur noch Stress bedeutet. „Wir haben jetzt 5 Minuten Funkelzeit, um das perfekte Infuenza Bild hinzubekommen.“ Schade, dass nur noch wenige wirklich einfach nur diesen tollen Moment genossen haben. Aber ich denke jeder super Ort wird irgendwann out sein, einfach weil zu viele dort sind. Und dann hat man dort auch wieder mehr Ruhe 🙂

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

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