Gedankenpost – Die Sucht des Denkens

Gedankenpost - Die Sucht des Denkens - willascherrybomb

Hallo meine Lieben, heute gibt es wieder einen Gedankenpost, diesmal zu dem Thema ” Die Sucht des Denkens “.

Es ist mal wieder Sonntag und demnach Zeit für einen neuen Gedankenpost. Wer das Prinzip dahinter noch nicht kennt, jeden Sonntag schreibe ich meine Gedanken nieder zu den verschiedensten Themen. Heute wird es ziemlich selbstkritisch und ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinungen und Erfahrungen hinterlasst.

Die Sucht des Denkens

Ursprünglich wollte ich einen zweiten Teil zu meinem Gedankenpost “The hardest thing about traveling that no one ever talks about” schreiben, indem ich darauf eingehe, wie schwer es ist nach einer längeren Reise nach Hause zu kommen. Wenn ihr Interesse habt, diesen zu lesen, dann verlinke ich ihn euch hier.

Ich wollte euch berichten, wie schwer es mir diesmal fällt Zuhause zu sein, wie sich meine Einstellung zu damals (wie ich in dem Blogpost beschrieben habe) verändert hat und welche Hürden sich mir hier momentan in den Weg stellen. Ich wollte alles auf meine Rückkehr schieben und sagen “Das böse Deutschland, das böse Wetter, alles ist schlecht hier”, doch die Wahrheit ist, dass weder das “böse Deutschland”, noch das “böse Wetter” Schuld sind an meinem Mangel an Zufriedenheit, vielmehr bin ich beziehungsweise meine negativen Gedanken das Problem.

Nicht umsonst bezeichnet Echkart Tolle in seinem Buch “Power of Now”, das Denken, speziell das zu viel Denken als größtes Problem des heutigen Zeitalters. Nur weil man Gedanken nicht greifen oder messen kann, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. Gedanken sind der Ursprung vieler mentaler Krankheiten, wie Angstzuständen und Depressionen. Es ist unglaublich wenn man sich die Macht von Gedanken mal vor Augen hält, wie viel Einfluss diese auf unser Leben, unsere Psyche und unsere Zukunft haben, siehe das Gesetz der Anziehung.

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Viel mehr ist es bemerkenswert wie das Unterdrücken von Gefühlen und Gedanken den Alltag einnimmt. Suchverhalten, hinsichtlich Drogen, Alkohol oder Sex sind nur eine logische Konsequenz aus dem vermeiden von Gedanken. Sich zu betäuben, um den eigenen Kopf stumm zu schalten. Bloß immer beschäftigt sein, um die ruhigen Momente mit Zeit zum Denken zu vermeiden, da der eigene Kopf wie ein Affe auf Ecstasy nie ruhig steht.

Jetzt mal Hand aufs Herz, wir kennen es alle und wir gehen alle mit dieser Situation anders um. Ich habe zum ersten Mal realisiert, dass es vielleicht schwieriger wird diesmal nach Hause zu kommen, als ich in meinem Bett im Hostel in Taipeh, Taiwan lag. Es war noch relativ früh, ich hatte nicht wirklich mehr etwas zu tun, da ich schon meine Sightseeing Tour beendet hatte, aber ich war einfach so unruhig. Ich merkte wie langsam aber sicher, sich immer mehr negative Gedanken einschlichen. Sorgen und Ängste breiteten sich in meinem Kopf aus und ehe ich mich versehen konnte, lief ich durch die Stadt, einfach um mich zu beschäftigen.

Ängste und Sorgen sind nicht real, wie ich auch in so vielen Solo Travel Artikeln geschrieben habe, spielt unser Kopf uns oft Tricks, macht die Dinge viel schlimmer als sie eigentlich sind und schließlich realisiert man, dass die Sorgen unnötig waren. An diesem Punkt bin ich gerade, die Realisierung.

Natürlich ist es eine Umstellung ein Leben auf High-Speed, mit fast täglich neuen Leuten und neuen Umgebungen, mit schönen 30 Grad und Sonne gegen den Alltag im Pott, Minusgraden und Wolken einzutauschen, doch das ist und war nie das Problem. Ich lebe seit fast 27 Jahren in Deutschland, habe 26 Winter (okay ich hab 2 oder 3 ausgelassen) erfolgreich überlebt, also wieso stelle ich mich gerade so an? Weil ich meinen Gedanken zu viel Macht gebe.

Was kann man nun dagegen tun? Erstmal kann man sich in einem Gedankenpost den ganzen Frust von der Seele schreiben und sich dann die Fakten vor Augen halten. Tatsache ist, dass ich ein verdammt glücklicher Mensch bin, mit vielen Privilegien, mit einer positiven Sicht in die Zukunft und das es ganz normal ist sich auch mal scheiße zu fühlen. Wie langweilig wäre das denn bitte wenn alles nur Regenbogen und Zuckerwatte wären? Wie würde ich Glück und Zufriendenheit überhaupt erkennen, wenn ich nicht auch andere Zeiten erlebt hätte? Zumal ich es wichtig finde und das habe ich nun lernen müssen, dass bloß immer beschäftigt sein, keine Lösung ist. Vielmehr ist der Schlüssel auch in Stille mit sich und seinen Gedanken klar zu kommen, statt die Affen im Kopf entweder zu betäuben oder bloß zu beschäftigen.

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Ich hoffe euch hat dieser selbstkritische Text gefallen, ich bin zwar eigentlich lieber ein Mensch der Positivität verbreitet, aber ich nutze diese regelmäßigen Gedankenposts um Dinge in meinem Alltag zu verarbeiten. Ich weiß, dass es Vielen so geht wie mir, wir haben nun mal alle unsere Leichen im Keller, aber wir müssen uns auch vor Augen halten, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wenn ich also heute nur eine Person dazu gebracht habe, sich ein wenig besser zu fühlen und zu zeigen, dass nicht alles immer “Friede, Freude, Eierkuchen” sein muss (auch wenn Social Media es anders darstellt), sondern dass man sich auch scheiße fühlen darf, dann hat es sich für mich gelohnt.

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3 Kommentare

  1. 6. Januar 2019 / 12:27

    Das hast du sehr schön geschrieben, und ja, man darf sich auch mal “scheisse” fühlen!
    Liebste Grüße!

  2. 6. Januar 2019 / 21:04

    Ich war nach einer Reise immer glücklich wieder nach Hause zu kommen… es ist natürlich auch die Frage, was einen dort erwartet. Wenn man schlimme Sorgen hat, Entscheidungen die getroffen werden sollten usw. ist eine Reise auch oft eine Flucht. Meine Freundin hat immer über Deutschland und das schlechte Wetter geschimpft und sie würde rausgehen, wenn denn die Sonne mehr bei uns im Norden scheinen würde. Diesen Sommer war die Sonne stehts am Himmel und trotzdem setze sie keinen Fuß vor die Tür. Was ich damit sagen möchte ist… oft suchen wir uns eine Schludigen warum es uns schlecht geht, als einfach das Leben zu genießen oder uns keine Oasen im Alltag zu schaffen. Liebst Jasmine

  3. 7. Januar 2019 / 9:13

    Wow ein mega schöner Post und ich kann das vollkommen nachvollziehen! Ich bin auch gerade erst nach sehr langem umherreisen wieder gekommen. Und denken tue ich auch immer zu viel.

    Liebst, Sarah von Belle Mélange

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