Gedankenpost: Vegan – „Why I’m no longer vegan“ Trend

Vegan - "Why I'm no longer vegan" Trend - willascherrybomb - gedankenpost

Hallo meine Lieben, erst mal ruhig Blut, ich bin weiterhin Veganerin, ich möchte mich heute nur über den scheinbar neusten Trend äußern, nämlich das viele sehr bekannte Veganer das vegan sein an den Nagel hängen.

So, für alle neuen Leser oder die sich auf irgendeinem Weg auf meinem Blog wiedergefunden haben. In meinen Gedankenposts teile ich jeden Sonntag meine Gedanken rund um ein Thema was mich diese Woche stark beschäftigt hat. Das kann ausgelöst werden durch eine Konversation, eine Begegnung oder wie in diesem Fall ein Youtube Video. Ich nutze diese Artikel, um mir den Frust von der Seele zu schreiben, euch zu inspirieren oder eine Konversation zu starten. Kommentare mit eurer Meinung sind immer gerne gesehen, so lerne ich gegebenenfalls auch andere Blickwinkel kennen.

Das Vegan sein in Zeiten der Digitalisierung

Als absolutes Internet Opfer habe ich mich vor gut 3 1/2 Jahren von vielen Youtubern und Instagrammern inspirieren lassen, dem veganen Leben eine Chance zu geben. Mit hilfreichen Tipps und leckeren Rezepten ging das viel einfacher, zumal mir diese Videos das Gefühl gegeben haben, als sei ich Teil eines Großen. Ist nicht sonderlich üblich, dass Jemand in einer Kleinstadt mitten im Pott, aus einer typisch deutschen Arbeiterfamilie, mit großer Affinität zu Fast Food, plötzlich beschließt völlig auf tierische Produkte zu verzichten.

Für mich waren diese Videos ausschlaggebend den Weg endlich zu gehen, mich selbst in dem Bereich weiterzubilden und einfach bewusster mit mir und meiner Umwelt umzugehen. Es war und ist immer noch die beste Entscheidung die ich in meinem Leben getroffen habe, umso mehr hat es mich getroffen, als genau diese Leute, die mich damals inspirierten, nun plötzlich hingeschmissen haben.

Der schmale Grad von Vegan sein und Orthorexie

Hier werden sich die Meinungen spalten, dennoch wenn man sich schon so lange mit dem Thema Vegan sein befasst hat und sich die Leute anschaut, die ganz zu Beginn diesen Weg eingeschlagen haben, dann sind es meistens Mädels und Jungs mit einem Hintergrund in der Essstörung. Heutzutage ist das nicht gezwungenermaßen so, da die Allgemeinheit viel aufgeklärter ist und zugleich der Klimawandel nicht mehr zu leugnen ist.

Wenn ich mir diese Videos von den besagten Mädels anschaue, dann sehe ich wie sie über Jahre hinweg ihre Nahrungsaufnahme umgestellt, optimiert und je nach „neusten Statistiken“ umgewandelt haben. Sie befassen sich sehr stark mit ihrem Essen, wechseln von „High Carb – Low Fat“ zu „High Fat – Low Carb“, essen 30 Bananen am Tag, verzichten auf Öl und Salz, kaufen alles Organic, etc. Ihr versteht was ich meine… Wo ist hier also der Grad von bloßem Vegan sein, bis hin zur Orthorexie überschritten?

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Gesundheitliche Probleme bei einer veganen Lebensweise

Ich glaube den Kerngedanken, den solche Youtuber, Instagrammer und Blogger verbreiten ist, „Vegan sein heilt alles, du wirst nie wieder krank sein, wunderschöne Haare und Haut haben und aussehen wie von der Sonne geküsst“. Naja, das stimmt aber nicht!

Vegan sein schützt euch nicht vor Stress, was zu Hautunreinheiten, Haarverlust und einem geschwächten Immunsystem führen kann. Es schützt euch nicht davor leicht bekleidet im Schnee spazieren zu gehen und sich später zu wundern, dass man Schnupfen hat. Es schützt euch nicht vor Tragödien im Leben, die einem die Kraft rauben und träge machen.

Was das Vegan sein aber bringt, ist eine allgemeine bessere Gesundheit, ein besseres Bewusstsein rund um deinen Körper und was ihm gut tut, eine komplett neue Perspektive wie das Leben gelebt werden kann, viiieeel mehr Energie und lasst mich gar nicht von den ethischen und moralischen Vorteilen beginnen! Ich verlinke euch hier nochmal meine Artikel, in denen ich mehr auf die Veränderungen durch das Vegan sein eingehe, die ich feststellen konnte.

Der Fehler ist nur, dass erwartet wird, dass es jeden Tag so ist und das man wie von einem Zauber befallen, nie wieder krank oder unglücklich sein wird. „I hate to break it to you“ aber so ist das nicht! Das Vegan sein schützt dich nicht vor dem Leben, es hilft aber bewusster damit umzugehen und besser an sich arbeiten zu können.

Mein Problem mit diesen „Why I’m no longer vegan“ Videos

Ehrlich gesagt, „Jedem das seine“, soll doch jeder selber entscheiden was für ihn oder sie richtig ist, aber ich habe ein großes Problem damit, wenn daraus Profit gemacht werden soll. Tatsache ist, dass solche Videos wahnsinnig viele Klicks bekommen, da es leider immer noch so viele Leute gibt, die auf der Suche nach Gründen sind warum das Vegan sein ungesund und schlecht ist. Google mal „Vegane Ernährung“, der dritte Vorschlag ist bereits „Vegane Ernährung ungesund“. Heißt diese Leute bekommen viele Klicks, was direkt auf das Bankkonto geht.

Ein weiteres großes Problem ist, dass es unserer Bewegung schadet. Wenn Jemand der über Jahre (teilweise 5-7 Jahre) diesen Lebensstil gewählt, das mit zahlreichen Videos und Blogartikeln dokumentiert hat, plötzlich hinschmeißt, ist das ein gefundenes Fressen. Das hat mehrere Folgen, zum einen schadet es dem eh schon negativ konnotierten Wort „Vegan“, zum anderen kann es Grund für andere Menschen sein, entweder das Vegan sein selber hinzuschmeißen oder es erst gar nicht zu beginnen, was dann zu Lasten den Umwelt, der Tiere und der eigenen Gesundheit erfolgt.

Ich bin sicherlich nicht Mutter Theresa, aber dennoch bin ich der Meinung, dass es für jedes gesundheitliche Problem eine pflanzliche Lösung gibt und das beispielsweise „Pickel“ kein Grund sind, diesen Lebensstil an den Nagel zu hängen. Ich kann nur für mich sprechen, aber als wirklich aufgeklärter Veganer (heißt alles über die Fleisch-, Eier-, Milchprodukt-Produktion) zu wissen, gibt es für mich keinen Weg mehr zurück. Natürlich ist es nicht immer einfach, mir ist es auch schon passiert, dass ich etwas gegessen habe und sich entweder nachher oder währenddessen herausgestellt hat, dass beispielsweise Milchpulver verwendet wurde. Vegan sein ist aber kein Wettbewerb, wenn dir mal ein „Fehler“ unterlaufen ist, dann heißt es nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern einfach weiter zu machen und das große Bild nicht aus den Augen zu verlieren.

Habt ihr diese „Why I’m no longer vegan“ Videos angeschaut und wie steht ihr zum Vegan sein? Wenn ihr gerne mehr meiner Gedankenposts lesen wollt, dann schaut mal hier vorbei!

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5 Kommentare

  1. 27. Januar 2019 / 11:45

    Ein sehr schöner Post und tolle Sichtweise!
    Ich verstehe diese ganzen Ernährungs-Trends so oder so nicht. Wenn man selbst komplett von etwas überzeugt ist und das gerne so macht, dann lässt man sich ja von keinem Trend beeinflussen. Diese Menschen, die ständig hin und her und hin und her sind, wissen einfach nicht was sie wirklich wollen meist.
    Liebst, Sarah von Belle Mélange

  2. 27. Januar 2019 / 14:26

    Hey meine Liebe 🙂
    Wirklich wieder ein sehr interessanter Post und tolle Gedankenanstöße! Ich persönlich lebe seit Jahren vegetarisch und habe jetzt als „Neujahrsvorsatz“ mal einen veganen Monat eingebaut. Ich muss sagen, dass es wirklich mal toll ist, was neues zu probieren, sich von neuen Rezeptideen inspirieren zu lassen, vielleicht auch wieder ein bisschen mehr „Routine“ in seine Essgewohnheiten bringt usw. Aber auf Dauer ist das einfach nicht mein Ding 🙂

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

  3. 27. Januar 2019 / 14:31

    Hey, ich denke eine gute Balance ist das Wichtigste. Unser Körper sagt uns schon was er braucht und deshalb gebe ich mich auch Heisshungerattacken hin :). Trend- die Industrie und das Marketing sind die Gewinner.
    Liebe Sonntagsgrüße!

  4. 28. Januar 2019 / 18:08

    Ich finde auch, dass jeder machen kann was er will. Allerdings sollte man daraus wirklich kein Profit ziehen. Ich finde vegan immer noch ungesund, aber wie gesagt das kann ja jeder für sich entscheiden. Ich verstehe auch nicht warum man einfach auf ein Trend Zug aufspringt ohne Hintergedanke. Frei nach dem Motto ja mache ich einfach mal.
    Man sollte seine Ernährung doch vielmehr Umstellen, weil dass die eigene Lebenseinstellung ist.
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

  5. Katja Seipel-Büttenbender
    11. August 2019 / 9:20

    Vegan zu leben ist für meine Familie und mich kein Trend, sondern der Versuch, weniger zu schaden. Allein das deutlich bessere Gewissen allen Kühen, Hühnern, Fischen etc. gegenüber ist es wert!
    Wer wegen nicht sofort eingetreten Heilsversprechen alles hinschmeißt, hat etwas nicht verstanden. Ja, vegan leben bewirkt eine bessere Gesundheit, aber es schützt nicht vor Streß, Bakterien, Viren und Co.
    Diese von Dir angesprochenen Videos bedienen natürlich auch das Bedürfnis vieler nach einer Begründung dafür, dass sie sich nicht umstellen müssen, nicht ihre Gewohnheiten aufgeben müssen. Da kommen schnell viele Klicks, und damit auch Geld, zusammen.
    Entsprechend wichtig ist es, dass andere Veganer ebenfalls Stellung beziehen. Danke dafür.

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