Gedankenpost – Wie ich meine Einsamkeit mit einer Party Stadt bekämpft habe

Wie ich meine Einsamkeit mit einer Party Stadt bekämpft habe - willascherrybomb

Hallo meine Lieben,
heute geht es um das Thema, wie ich meine Einsamkeit mit einer Party Stadt bekämpft habe.

Falls ihr heute zum ersten Mal auf meinem Blog gelandet seid, jeden Sonntag schreibe ich meine Gedanken zu einem bestimmten Thema auf, um es zu verarbeiten, euch zum Denken anzuregen und/oder um eine Diskussion zu starten. Diese Themen können durch Gedankengänge, Konversationen, Erlebnisse oder wie in diesem Falle einem Zitat ausgelöst werden.

„You’ll never be this young again“ – Du wirst nie wieder so jung sein

Sagen wir mal so, ich bin immer die langweiligste Person im Hostel, genieße es so sehr auch alleine Zeit zu verbringen und nehme keine Drogen. Damit bin ich wohl eine ziemlich untypische Backpackerin, was mich oftmals zum Denken anregt. Es ist nicht so, dass ich eine riesige Kurve um Menschen mache, das stimmt auch nicht, aber lange unter Menschen zu sein laugt mich aus, sodass ich danach Zeit für mich brauche.

Schon in Kenia, als ich im Tulias gearbeitet habe, saß ich oft abends alleine auf der Terrace und habe nach unten auf die vollgepackte Bar geschaut und habe mich gefragt, ob mir nicht ein Gen fehlt. Wieso ich absolut keinen Drang hatte, mich dorthin zu setzen, ein paar Bierchen zu zischen und Konversationen zu betreiben. Da ich aber der Meinung bin, dass ich nicht Reise, um mich zu betrinken oder an einem Hangover zu leiden, ist dieser ganze Prozess für mich sehr unangenehm.

Ich muss aber auch sagen, dass ich mich auf Reisen, sehr selten alleine fühle. Ganz im Gegenteil, ich brauche die Zeit für mich und denke auch dass es wichtig ist zu lernen alleine zu sein. Zudem ist das Alleine sein nicht mit Einsamkeit gleichzusetzen. Es sind zwei verschiedene Dinge, umso verwunderlicher war es dann für mich zu merken, dass ich tatsächlich eine Einsame-Phase hatte.

Einsamkeit – Wie ein Zitat mich über meine Grenzen gepusht hat

Ich weiß nicht mehr wo genau ich dieses Zitat aufgeschnappt habe, aber eines Tages fand ich zwei Notizen in meinem Handy:

„You’ll never be this young again.“

und

„Dying young as late as possible.“

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es von einem Podcast war, aber wo genau es nun her kam, kann ich euch nicht mehr sagen. Es hatte aber den Effekt auf mich, dass ich angefangen habe nachzudenken. Wenn man sich meinen Lebensstil ansieht, abgesehen vom Reisen, bin ich wohl schon eine alte Seele, eine ziemlich versteckte, aber dennoch. Demnach überlegte ich, ob ich nicht meine Jugend mehr auskosten sollte und irgendwie veränderte sich mein ganzes Mindset dahinter.

Wie ich meine Einsamkeit mit einer Party Stadt bekämpft habe - willascherrybomb

Einsamkeit – Das Problem mit der Isolation

Da ich durch meine ehrenamtliche Arbeit auf San Andres, Kolumbien und in Puyo, Ecuador war ich schon ziemlich isoliert und habe gemerkt, auch wenn ich gerne alleine bin, brauche ich eine Balance. Ehrlich gesagt ist eine der tollsten Aspekte auf Reisen neue Menschen kennenzulernen und sich über den typischen „Backpacker Smalltalk“ kennenzulernen. Umso mehr (und für mich untypisch) habe ich mich dann auf Montanita in Ecuador gefreut. Ein Ort der wirklich berühmt und berüchtigt ist und ich (für mich sehr untypisch) bewusst diesen Ort gewählt habe. Irgendwie hat es mich dorthin gezogen, feiern, Party und eine ausgebreitete Drogenszene, ist eigentlich etwas was ich komplett abstoße.

Ich begann dort also meine Arbeit bei einem Plant Medicine Schamanen und Spoiler Alert, ich hab nach 3 Tagen die Flucht ergriffen. Er war super, aber ich habe weit außerhalb der Stadt gewohnt, regelrecht im Busch und mit Leuten zu dehnen ich keinen Draht hatte. Die Arbeit war auch nicht das was ich mir erhofft habe, da ich eigentlich mehr über Plant Medicine erfahren wollte. Ich hatte dann wieder mehr Glück als Verstand als ich ein deutsches Mädchen kennengelernt habe, die mir ein Hostel empfohlen hat. Ende vom Lied war dann, dass ich wirklich in einem super sozialen Hostel war, direkt Anschluss gefunden habe und mir mal wieder bewusst wurde, dass es zwar okay ist alleine zu sein, aber es auch genauso in Ordnung ist seinen Schweinehund zu überwinden und seine Einsamkeit zu bekämpfen.

Es ist lustig, dass ich in einer Stadt wie Montanita, mit all den negativen Einflüssen, so einen entspannten Spot gefunden habe, der es mir ermöglicht sozial zu sein, ohne mich zu überfordern. Zumal sich Montanita jetzt zu einem meiner liebsten Orte in Ecuador entwickelt hat, dank der Leute. Wir hatten irgendwann eine richtige Surfer Gruppe, konnten stundenlang quatschen und irgendwie haben wir alle perfekt zusammen gepasst und konnten super agieren. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Niemand erkannt hat, dass ich eigentlich ein Mensch bin, der gerne alleine ist.

Ich hatte einfach eine wunderbare Zeit, mit mal wieder mehr Glück als Verstand und war ebenfalls wieder verwundert, wie ich es schaffe genau die Dinge in mein Leben zu ziehen, die ich brauche. Ich erinnere mich nämlich noch wie ich in meinem kaputten Zelt, mitten im Busch auf meiner durchgelegenen Matratze saß und mir einfach gewünscht habe Menschen kennenzulernen, die auf meiner Wellenlänge sind und mit denen ich meine Zeit genießen kann. Auch wenn es ein nicht allzu einfacher Schritt war meine ehrenamtliche Arbeit eher zu beenden, auch dadurch, dass der Schamane so eine lieber Kerl war, kam es mir im Anschluss vor, als sei es wie eine Belohnung gewesen.

Wer hätte gedacht, dass Montanita, der Partyort schlechthin genau das war, was ich gebraucht habe!

Wenn du gerne noch weitere Gedankenposts von mir lesen möchtest, dann schau doch einfach mal hier vorbei!

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1 Kommentar

  1. 2. Juni 2019 / 16:53

    Du hast ein paar sehr tolle Zitate in deinem Post!
    Liebe Sonntagsgrüße!

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