Gedankenpost: Wenn Erwartungen zu Bürden werden

Gedankenpost - Wenn Erwartungen zu Bürden werden - willascherrybomb - yvonne karnath

Hallo meine Lieben,
es ist mal wieder Sonntag und demnach ist es Zeit für einen neuen Gedankenpost, diesmal geht es um die Erwartungen und Bürden, die wir uns selber auferlegen und deren eigentliche Unwichtigkeit.

Ich sitze gerade in einem 8-stündigen Bus nach Lima, wir fahren durch die wunderschönsten Landschaften und ich ertappe mich immer wieder, wie ich Schneebedeckte Berge anstarre, statt meiner Arbeit nachzugehen. Wir fahren kurvenförmige Straßen entlang, hoch über die Felder der Bauern hier in Peru und dann den ganzen Weg wieder runter. Die Sonne scheint und ich denke mir, nur was es für ein schöner Tag ist. Und schon hole ich mich zurück in die Realität und erinnere mich, dass ich noch arbeiten muss und vielleicht mal aufhören sollte zu träumen. Kurze Zeit später bin ich wieder in Gedanken versunken, negative Gedanken machen sich breit, ich bekomme leichte Panik, versuche Distanz zu gewinnen und frage mich, wieso ich mich selber so bekloppt machen muss.

Wenn Erwartungen zu Bürden werden

Tatsache ist, je länger ich reise und je mehr Kulturen und Menschen ich kennenlernen darf, desto verrückter finde ich meine Erwartungen an mich und das Leben. Ich bin in manchen Dingen wirklich so wahnsinnig deutsch, habe eigentlich (wenn ich ehrlich mit mir bin) so hohe Erwartungen an mich selber, den ich gar nicht gerecht werden kann. Vor allem seid ich Vollzeit Selbstständig bin, haben sich meine Erwartungen noch mal viel mehr erweitert und ich merke wie sie mehr und mehr zu einer Bürde werden.

Da sitze ich Bus, bin umgeben von der wunderschönsten Landschaft und fange an mir die schlimmsten Szenarien auszumalen, obwohl nichts darauf hinweist, dass es jemals dazu kommen könnte. Was mich wieder zurück ins Leben geholt hat war eine Frau am Straßenrand. Wir machten eine kleine Pause an einem Gringo-Scam Restaurant, wie ich sie schimpfe. Da ich nun schon seid 5 Stunden nur saß, machte ich einen kleinen Spaziergang in der Landschaft, die ein wenig an eine Wüste erinnert, mit Kakteen und beige-grauen Bergen. Ich schaute zur Seite und sah eine ältere Frau mitten im Nirgendwo, sie baute einen kleinen Stand auf mit Papayas, Bananen, Mandarinen und Äpfeln. Ich überlegte kurz, machte mich dann aber auf zu ihr. Und meine Güte, was ein kleiner Sonnenschein. Mit meinen Bruchstücken Spanisch erzählte ich ihr, dass ich auf dem Weg nach Lima bin, sie berichtete mir von der leckeren Schokolade dort und ich beschloss Äpfel und Mandarinen zu kaufen.

Kurze Zeit später saß ich also wieder im Bus und ehe wir uns versehen konnten, steckten wir in einem Stau. Vor uns war ein weißer Van, die hier als Taxi Collectivo genutzt werden, eine Frau mit ihren 4 Kindern stieg aus und ein junger Mann, der schätzungsweise um die 20-22 Jahre alt war, kam angelaufen und versuchte Snacks zu verkaufen. Er stand da also den ganzen Tag in der Sonne und ich konnte nicht anders als die Schuldgefühle, die ich bereits in diesem Artikel beschrieben habe, zuzulassen.

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Nur kurze Zeit zuvor, habe ich mich bekloppt gemacht wegen kleiner Scheiße auf Deutsch gesagt und fragte mich wie es sein kann, dass meine Erwartungen an mich und das Leben so aus der Balance geraten sind. Dann fragte ich mich, ob Gleichaltrige in anderen Ländern sich auch diese Fragen stellen oder ob es wieder einer dieser „Luxus“ Situationen sind. Frei nach dem Motto „Wenn man keine Sorgen hat, dann macht man sich eben welche“. Ich habe mittlerweile aber auch den Punkt erreicht, dass ich mir meine Gedanken und auch diese kleinen Erwartungsausbrüche aus der Distanz anschaue und observiere. Oftmals kommt dann sowas dabei rum wie jetzt, dass ich einfach diese Gedankengänge, weiß Gott wo sie herkommen, nutze um sie zu hinterfragen.

Für mich persönlich ist das auch eine Motivation mein Vipassana Retreat in ein paar Wochen (das ist ein älterer Artikel, jetzt sind es nur noch 3 Tage) durchzuziehen, denn in gewisser Weise geht es genau darum. Die Gedanken zu observieren, statt sich durch diese zu definieren. Wie das genau abläuft, werde ich euch sicherlich hier mitteilen, aber noch ist es eine Weile hin. Was ich mit diesem Artikel sagen will, ist wohl, dass wir alle mal eine runde relaxen und eine gewisse Distanz zu unseren Gedanken finden sollten.

Was meint ihr dazu? Hier findet ihr noch weitere Gedankenposts von mir!

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