Gedankenpost: Wenn mich die Reisemüdigkeit packt!

Gedankenpost: Wenn mich die Reisemüdigkeit packt! - yvonne karnath - willascherrybomb

Hallo meine Lieben,
es ist mal wieder Sonntag und demnach Zeit für einen neuen Gedankenpost, diesmal geht es um die Reisemüdigkeit, die sich gerade in meinem Leben breit macht und wie ich damit umgehe.

Ich habe es nun endlich wieder in ein wärmeres Klima geschafft und sollte mich eigentlich fühlen, als sei ich aus einem langen Winterschlaf erwacht, doch tatsächlich fühle ich mich gerade als wäre ich noch viel tiefer eingeschlafen. Mich hat es wieder erwischt, die Nase ist dicht, Mandeln sind angeschwollen und von Energie kann nicht die Rede sein. In kürzester Zeit bin ich nun das zweite Mal krank geworden und ich interpretiere es so, als brauche mein Körper einfach eine Pause. Eine Pause vom Reisen…

Die gute alte Reisemüdigkeit

Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Menschen, vor allem diese die für lange Zeit auf Reisen sind das Gefühl kennen. Lustigerweise ist es auch meist eine der ersten Fragen, die mir gestellt wird, sobald andere Reisende erfahren, dass ich schon so lange unterwegs bin. „Bist du nicht auch mal reisemüde?“ oder „Hast du nicht auch mal keine Lust mehr auf das Reisen?“. „Keine Lust“ ist sicherlich nicht die richtige Bezeichnung, denn Lust habe ich tatsächlich immer, dennoch muss ich mein Reisetempo ab und an mal anpassen, auch um wieder Kraft zu gewinnen.

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Schon alleine um hier nach Guatemala Stadt zu kommen war ich zwei Tage unterwegs und bin prompt krank geworden. Ich liebe das Reisen über alles, aber es kann auch kräftezehrend sein. Glücklicherweise habe ich nun den Punkt erreicht, dass ich mehr und mehr Leute immer wieder treffe und so mehr oder weniger den Backpacker Smalltalk hinter mir lassen kann, der genauso kräftezehrend sein kann, wie das Reisen an sich.

Mein Körper rebelliert gerade gegen das Reisen und ich denke ich sollte darauf hören. Die letzten Tage, die ich hier in Guatemala Stadt bei einer Freundin nächtige hat mir auch gezeigt wie schön es sein kann, die eigenen vier Wände zu haben. Jetzt versteht mich nicht falsch, ich werde sicherlich keinen Flug nach Deutschland buchen, ehrlich gesagt ist Deutschland zwar das Land wo ich her komme, doch es ist nicht mehr mein Zuhause. Es ist nicht der Ort an dem ich mich von meiner Reisemüdigkeit erholen möchte, dennoch muss ich etwas unternehmen.

Das langsame Reisen

Ich bin schon eine ziemlich langsame Reisende, baue ab und an Pausen ein, die ich dann damit verbringe mit dem ehrenamtlichen Arbeiten. Doch das stetige umstellen, die neuen Menschen und neuen Erlebnisse sind zum einen was ich am Reisen so liebe, doch wenn ich mit den Kräften am Ende bin, dann ist es alles ein wenig zu viel. Wieso schreibe ich hier das eigentlich nieder? Ehrlich gesagt um auch mal die andere Seite der Medaillen zu zeigen. Oftmals (vor allem in den sozialen Netzwerken) wird das lange Reisen als idyllisch und paradiesisch dargestellt und die schwierigen Seiten verschwiegen. 24 Stunden im Bus sitzen bei lauter Musik und kurvigen Straßen findet da kein Gehör. Glaubt mir, ich beschwere mich nicht, dies ist der beste Lebensstil für mich, doch auch ich muss einsehen, dass ich eine Pause brauche. Vor allem das ständige krank werden im Moment ist ein rotes Tuch und eigentlich ein Indiz, dass ich mal wieder einen Schritt zurück gehen sollte.

Auf den Körper hören

Nicht nur Menschen die viel Reisen kennen dieses Gefühl wenn alles zu viel ist. Da ich zudem auch noch auf Reisen arbeite, sind meine Tage (oder zumindest sollten sie) gut strukturiert sein und genauso wie im typischen Arbeitsleben habe ich auch meine Verpflichtungen und Deadlines, die ich einhalten muss. Wenn dann der Körper und Geist nicht mitspielt ist genau das auf Dauer ein großes Problem. Für wenig Arbeit muss dann plötzlich viel Zeit und Energie investiert werden. Wenn dann noch 24 Stunden Busfahrten auf den Plan stehen, dann ist man regelrecht K.O.

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Das Problem mit dem abbremsen

Hier gibt es nur eine Lösung und das ist auf die Bremse treten. Wenn man es allerdings gewohnt ist auf 180 zu fahren und dann plötzlich abbremsen soll, ist das nicht immer einfach. Genau jetzt sollte ich mir eigentlich eine Pause gönnen, schlafen und endlich wieder gesund werden, doch manchmal spielen meine Gedanken einfach verrückt. Das ist auch eine Sache, die ich gerne durch mein Vipassana Retreat in den Griff bekommen wollte, doch die Realität ist die, dass es tatsächlich sogar noch schlimmer geworden ist.

Und nun?

Handbremse ziehen und „Nein“ sagen. Zwei Dinge, die ich nicht gerne mache, aber manchmal muss man sich eben selber zu einer Pause zwingen. Nur so kann ich auf Dauer meine Reisen wieder genießen und genug Kraft schöpfen, um meine Positivität wiederzugewinnen. Zugleich kann ich auch nur dann wieder die tollen Dinge machen, wie beispielsweise einen Vulkan erklimmen (was ich gestern gemacht, aber durch meine Krankheit schwer genießen konnte).

Manchmal muss man sich zum eigenen Glück zwingen, auch wenn das bedeutet mehrere Tage sich zu schonen und die Batterien wieder aufzufüllen.

Wie seht ihr das? Was macht ihr, wenn euch die Reisemüdigkeit packt? Wie lädt ihr eure Batterien wieder auf? Mehr Gedankenposts findest du hier!

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