Solo Travel – Backpacker Smalltalk für Anfänger

Solo Travel - Backpacker Smalltalk für Anfänger - willascherrybomb - yvonne karnath

Hallo meine Lieben,
wie der ein oder andere von euch weiß, bin ich nun schon seit längerer Zeit unterwegs und natürlich kommt man dann am Backpacker Smalltalk nicht vorbei. Dieser Artikel hier soll von euch nicht ernst genommen werden, vielmehr mache ich mich darüber lustig, wie sich die gleiche Konversation immer und immer wieder wiederholt.

Was ist der Backpacker Smalltalk?

Der Backpacker Smalltalk tritt überall auf, wo sich die Backpacker Elite versammelt, heißt vor allem in Hostels, Touri Spots und Touren. Hierbei hört man meistens die gleichen Fragen, erlebt die gleichen Konversationen immer wieder, nur mit anderen Menschen und lernt sich nur oberflächlich kennen. Das hat seine Vorteile und Nachteile…

Die Vorteile:

Man kommt super schnell mit Menschen ins Gespräch. Mal ganz davon abgesehen, dass wir auf Reisen eh viel offener sind als im „normalen“ Leben und demnach uns die Kontaktaufnahme leichter fällt als im Alltag. Zudem ist es für mich leichter, da ich tatsächlich sehr introvertiert bin und eigentlich Menschen nicht gerne an mich heranlasse. Hierbei ist es leichter für mich, da ich weiß was ich sagen muss und durch diese oberflächliche Konversation lasse ich die Menschen nicht zu nah an mich heran.

Die Nachteile:

Vor allem wenn man schon längere Zeit auf Reisen ist, geht einem dieser Backpacker Smalltalk und die Oberflächlichkeit dahinter super auf die Nerven. Ich denke auch, dass es mitunter ein Grund war, warum ich mal eine Pause vom Hostelleben brauchte und absolut kein Interesse hatte Menschen „kennenzulernen“. Anführungszeichen, weil man bei der Ausübung des Backpacker Smalltalks sich zwar unterhält, aber man die Person absolut nicht kennenlernt. Es ist eine oberflächliche Konversation, man bewegt zwar den Mund, gibt Laute von sich, aber „sagen“ macht man tatsächlich nicht. Es ist lediglich das Abklappern einer Liste von typischen Fragen, die ich euch im folgenden erläutern werde.

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Backpacker Smalltalk – Die typischen Fragen

Hier findest du die typischen Backpacker Smalltalk Fragen und was du daraus machen kannst!

Woher kommst du?

Klassiker, gehört eben dazu. Manchmal kommt diese Frage aber nicht auf, vor allem wenn ich mit Amerikanern, Briten oder Franzosen rede, weil man es einfach hört. Ich hab auch ein Spiel entwickelt, dass ich am Akzent versuche die Nationalität zu erraten. Vor allem Deutsche höre ich nen Kilometer entfernt.

Wie lange reist du?

Noch ein Klassiker und die nervigste Frage. Ohne Witz, wen juckts? Die meisten Menschen sehe ich für 1-2 Tage in einem Hostel und wie lange sie reisen ist da doch Wurscht? Vor allem wenn ich mit Deutschen rede geht es oftmals darum wie lange man reist und in wie vielen Ländern man war, als ob es ein Wettbewerb ist. Irgendwie schade, aber was soll man machen.

Wo warst du vorher?

Hier hast du die Chance ein paar Insider Tipps (oder auch nicht wenn du dem Gringo Trail folgst) aufzusaugen. Vor allem als ich angefangen habe mit dem Reisen, habe ich nie etwas geplant. Mache ich immer noch nicht, aber in Süd Amerika klappt diese Taktik weniger gut als in Asien. Ich habe Leute unterwegs kennengelernt, gefragt wo es ihnen gefallen hat und was sie für Tipps haben und hab dann während des Reisens meine Route sich einfach selber bilden lassen. So konnte ich immer flexibel sein und hatte keinen Stress, dass ich alle Hotspots des Lonely Planets abklappern muss.

Wo gehst du hin?

Wenn du mit dieser Person gut klar kommst und ja, das kann man schon nach ein paar Minuten sagen und ihr in die gleiche Richtung reist, dann bietet es sich an den Transport zu teilen oder man sieht sich am nächsten Ort wieder. Vor allem in Süd Amerika bin ich ständig in die gleichen Leute gelaufen.

Wie hat dir in XYZ gefallen?

Auch hier kann es sich um eine rein oberflächliche Frage handeln oder du kannst die Chance ergreifen dir weitere Tipps zu holen. Für faule Menschen wie ich es bin, ist dies eine gute Methode die Reise indirekt zu planen. Mich werdet ihr nie mit einem Lonely Planet oder anderen Reiseplaner in der Hand sehen, einfach weil ich nicht die Geduld habe. Stattdessen frage ich so rum.

Was machst du Zuhause?

Meeeeeeh – Noch so eine Frage, die eigentlich Niemanden interessiert. Generell habe ich manchmal einfach das Gefühl als suche man nach Gemeinsamkeiten, um dann eine richtige Konversation zu starten. Sei es bei gleichen Interessen oder gleichen Destinationen.

Wichtig: Die Frage nach dem Namen kommt entweder ganz zum Schluss, nach ein paar Tagen oder gar nicht.

Nochmal wichtig: In den meisten Fällen interessiert es Niemanden wer du bist, was du machst oder wo du warst, vielmehr geht es darum die Standardfragen abzuklappern.

Dreifach wichtig: Manchmal hast du Glück und es macht Klick bei einer Person, da kann es sich als gute Idee herausstellen auch andere Fragen zu stellen und tatsächlich Interesse zu zeigen.

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Die typischen Reaktionen

Irgendwie ist es schon lustig, dass ich die selben Reaktionen immer und immer wieder bekomme. Und Nein – Das soll nicht so negativ klingen, denn ich greife auch gerne zum Backpacker Smalltalk, vor allem wenn ich nicht weiß wie ich auf Menschen zugehen soll (wuhu Introvert) und ich die unangenehme Stille hinter mir lassen möchte. Das sind so die typischen Reaktionen, die ich bekomme:

• Du hörst dich nicht deutsch an (meistens bin ich die Holländerin)
• Du siehst nicht aus wie 27
• (auf die Frage wie lange ich reise) Ein geschockter Gesichtsausdruck
• Wie kannst du dir das leisten?
• Was arbeitest du online?
• Du lebst den Traum!

Der Backpacker Smalltalk und ich

Ja, der Backpacker Smalltalk hat seine Vorteile, vor allem zu Beginn meiner Reise und um den Fuß in die Tür zu bekommen, ist er sehr nützlich. Mich laugt er persönlich aber ziemlich aus, vor allem da man irgendwann Menschen „richtig“ kennenlernen möchte und über diese Fragen hinaus eine Konversation halten will. Das passiert glücklicherweise auch, vor allem wenn ich länger Zeit an einem Ort bin. Dann lernt man die Menschen, die Konversationen und Bindungen viel mehr zu schätzen und das macht es tatsächlich für mich aus – Menschen kennenzulernen, die ich unter „normalen“ Umständen nicht kennengelernt hätte.

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2 Kommentare

  1. Larissa
    18. September 2019 / 9:32

    Habe mich beim Lesen sehr amüsiert. Mega gut geschrieben! Kann mich richtig hineinversetzen 🙂
    Liebe Grüße
    Larissa

  2. 19. September 2019 / 16:19

    Das war echt interessant, danke fürs Teilen! 🙂

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