Gedankenpost: Wenn alles was man will Nichts ist!

Gedankenpost: Wenn alles was man will Nichts ist! - willascherrybomb - yvonne karnath

Hallo meine Lieben,
wenn ihr wissen wollt, was es mit diesem abstrakten Artikel Namen auf sich habt, dann fühlt euch frei, es hier herauszufinden!

Ich bekomme einfach den Text von Dendemann – Keine Parolen mehr aus dem Kopf:

„Alles was ich will, is‘ endlich nix mehr wollen
Ich bin satt geboren, mein Glas war extra voll
Keine Wünsche offen, sowas gibt’s ja wohl
Ich hab mich dem Leben ergeben und ich find mein Schicksal toll
Alles was ich will is‘, is‘ die nächste Sehnsucht
Ja, das macht mich zum Menschen, genau so steht’s im Drehbuch
Ich brauch nicht viel, solang‘ mir Sauerstoff und Liebe bleibt
Denn unter dem Gejammer, ja, da lauert oft Zufriedenheit“

Dendemann – Keine Parolen

Wenn ich mir mein Leben in den letzten Jahren so anschaue, dann zeichnet sich ein bestimmtes Muster ab „Höher, Schneller, Weiter“ bringt es auf den Punkt. Von einem Land in das andere, neue Ziele verwirklichen, mehr wachsen und schneller leben. Schon in der Schule hat sich dies in meinen Gedankengängen abgezeichnet, damals noch zu schüchtern und ängstlich diese zu verwirklichen. Doch was ist, wenn man an das Ende angelangt ist? Gibt es ein Ende? Was wenn man seinen größten Traum erfüllt hat und nun nicht mehr weiß, wie man dies toppen sollte?

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Was wenn der Maßstab einfach zu hoch ist?

Schon zu beginn meiner Reise haben mich Länder, die so ganz anders sind als mein Heimatland, heißt, möglichst groß, chaotisch und einfach exotisch, am meisten gereizt. Ich begann mit Thailand, da es ein sehr gutes Land ist, um die ersten Schritte Richtung Solo Travel zu gehen, wollte mich dann aber mehr und mehr fördern und Risiken eingehen. Den Kick genießen, den ich jedes Mal bekam sobald ich den Flughafen in einem neuen Land verlassen hatte, die Luft einatmete und mir dachte „Heilige Scheiße, was mache ich hier?“ Das rasende Herz wenn ich neue Dinge ausprobierte und über meinen Schatten springen konnte, seien es kleine Dinge, wie auf andere Menschen zugehen (was für einen schüchternen Menschen ein riesen Ding ist), mit Menschen aus aller Welt an einem Tisch sitzen, Konversation betreiben ohne in Angstschweiß zu verfallen, mich erfolgreich mit dem lokalen Transporten von A nach B befördern, Probleme alleine lösen, bis hin zu größeren Geschichten, wie mit Haien tauchen, in einem Gefängnis arbeiten, Vorträge über den Plastik Verbrauch halten und und und. Neue Dinge, neue Aufgaben.

Der Maßstab stieg langsam aber sicher, irgendwann war Asien zu „einfach“ und es zog mich nach Afrika, alleine und als Frau. Der einzige Muzungu in der Stadt. Mit dicker Haut und jeder Menge neugefundenem Selbstbewusstsein. Wieder ein neuer Kick, einer nach dem anderen. Mehr und mehr…

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Endstation

Tatsache ist aber auch, irgendwann ist „Schicht im Schacht“, was wenn man es nicht mehr toppen kann und was wenn der Maßstab so hoch ist, dass man sich mit Situationen, die einen einst glücklich gemacht haben, nicht mehr zufrieden geben kann?

Ich erinnere mich an meinem Europa Trip vor gut zwei Jahren. Wir waren 2 Wochen unterwegs und haben 11 Länder bereist. Teilweise waren wir nicht mal einen Tag in einem Land, ein Rathaus nach dem anderen, eine neue Kirche mit schönen Dekorationen, Sightseeing, Sightseeing, Sightseeing. Ich sah die schönsten Städte Europas, doch lösten diese nichts mehr in mir aus. Ich habe zu viel gesehen. Ja Budapest ist schön, Prag sicherlich auch, Bratislava ist süß,… Doch zu viel ist zu viel.

Schon da habe ich realisiert, wie wichtig Pausen sind. Nicht nur um seine eigene Batterie wieder aufzuladen, sondern um das was man sieht wieder wertschätzen zu können.

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Wie geht man aber von 100 auf 0?

Ich habe nun den Punkt erreicht, in dem ich merke, dass ich mich mental wieder auf einer Ebene mit dem Europa Trip bin. Letztens erst war ich in Buenos Aires spazieren, es ist dort momentan Frühling, die Sonne war draußen, doch ich konnte den Moment nicht genießen. Mein Kopf drehte sich um die wirrsten Dinge, ich klapperte To-Do Listen in meine Kopf ab und war ein regelrechter Wirbelwind. Irgendwann realisierte ich was passierte und dachte mir nur „Wie kann ich an einem Tag wie diesen so neben der Spur sein?“. Es war mir nicht möglich den Moment zu genießen. Das ist einer der Nachteile mit der „Höher, Schneller, Weiter“ Mentalität, denn kann man überhaupt zufrieden sein?

Ich merke es auch im Beruf, vor allem wenn ich gefragt werde „Bist du fertig mit dem Arbeiten?“, meistens sage ich nur „Ja“ oder „Nein“, obwohl ich mir denke, dass ich eigentlich nie fertig bin. Selbst jetzt, ich sitze bereits seit 4 Stunden an Laptop in Buenos Aires und meine To-Do Liste neben dem Laptop lacht mich an. Ich liebe zwar das Gefühl von Produktivität und mich in „The Zone“ zu befinden, in der ich komplett abschalte und einfach mache, aber manchmal wünsche ich mir (in Dendemanns Worten) „Alles was ich will, is‘ endlich nix mehr wollen“. Doch genauso wie er es in dem Lied sagt und ich es in so vielen Büchern und Artikeln gelesen habe, liegt es in der Natur des Menschen immer nach mehr zu streben. Dennoch bin ich der Meinung, dass man es nicht schwarz und weiß sehen kann. Die Maßstäbe liegen bei jedem Menschen anders.

Ich werde mir jetzt eine Pause nehmen, nichts machen, nichts wollen, nur sein. Vielleicht den Frühling genießen und meinem Kopf eine Auszeit gönnen.

Habt ihr auch hohe Maßstäbe an euch selber und euer Leben? Hier findet ihr weitere Gedankenposts von mir!

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