Gedankenpost: Wie wäre es sich selber zu treffen?

Gedankenpost: Wie wäre es sich selber zu treffen? - willascherrybomb - yvonne karnath

Hallo meine Lieben,
ich habe mir vor kurzem eine eher untypische Frage gestellt „Was wäre, wenn ich mich selber treffen würde? Darauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

Bevor ich in die Antarktis gefahren bin habe ich mir selber einen Brief geschrieben. Hört sich komisch an, aber meine Freundin Paola hat mich dazu angespornt dies regelmäßig zu machen und ich liebe es. Dabei können es ganz wirre Briefe oder auch Ambitionen, etc. sein. Hört sich vielleicht für euch ziemlich blöd an, aber es hilft mir dabei Distanz zu bestimmten Gedanken zu gewinnen und dann nach der Zeit zu reflektieren, was sich daraus eigentlich ergeben hat.

Pre- Antarktis

Kein Witz, vor der Antarktis war ich extrem gestresst. Ich musste den ganze Weg von Mexiko runter nach Ushuaia reisen, dabei noch vorarbeiten, da ich auf dem Schiff kein Internet hatte und auch nicht arbeiten wollte und zugleich hab ich mental gut am Rad gedreht. Irgendwann kam ich dann auf die Idee meinen Frust und meine Befürchtungen in einen Brief zu schreiben, den ich dann nach der Antarktis öffnen sollte. Gesagt getan und beim schreiben begann ich zu reflektieren, wie es wäre Jemanden zu treffen, der das zu berichten hätte wie ich. Ehrlich gesagt kam mir nie die Idee, außer leere Phrasen wie „Sei die Person, mit der du dich umgeben willst“ Bla Bla, habe ich mir nie die Frage gestellt.

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Was würde ich denken, wenn ich mich selber treffen würde?

Wir tendieren doch dazu uns klein zu machen (außer du bist ein Narzisst oder hast ein übermäßiges Ego), wir loben andere Menschen in die Höhe, sehen deren positive Seiten und schätzen es wert, wenn diese etwas Tolles unternehmen. Uns selber auf die Schulter zu klopfen wird dann aber als „arrogant“ und „eingebildet“ betitelt. Ich denke das ist auch ein Grund wieso ich so schlecht mit Komplimenten umgehen kann, sie sind mir unangenehm und machen mich verlegen weil ich nicht weiß wie ich darauf reagieren soll. Komplimente austeilen ist gleichermaßen aber kein Problem. Wie kann das aber sein?

In meinem Brief habe ich mich mit diesem Gedanken auseinander gesetzt. Jedesmal wenn mich Jemand angesprochen hat und meinte wie cool und bemerkenswert es ist, dass ich meinen Weg so gehe wie ich es mache, suche ich nach Ausreden „Alles halb so schlimm“, „Antarktis bereisen? – Man muss nur eine Cruise buchen!“, „Alleine reisen als Frau?“ – „Macht doch nichts, kann Jeder“. Ja, sicherlich habe ich das Rad nicht neu erfunden, doch als ich anfing mich zu fragen, wie es wäre Jemanden zu treffen, der meine Geschichten erzählen könnte, die Guten und die Schlechten, dann hätte ich ein anderes Bild von der Person, als ich es von mir habe. Wo ist da der logische Fehler?

Ich denke das hat viel damit zu tun wie man aufwächst und wie man erzogen wurde. Natürlich kann ich jetzt wieder die Emanzipationsfahne schwingen und darauf verweisen, dass Männer als das dominante Geschlecht mehr dazu erzogen werden laut zu sein und Frauen eher zurückhaltend und bescheiden wirken sollen, doch finde ich diesen Gedanken veraltet. Vielmehr wird Selbstbewusstsein und positiv über sich selber zu sprechen, als eine negative Eigenschaft angesehen, da es doch „eingebildet“ wirken kann. Ich denke, dass es aber vielmehr etwas mit dem Unterbewusstsein zu tun hat, denn Jemanden zu treffen, der scheinbar mit sich im Reinen ist, kann die Unsicherheiten in einem selber wecken.

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Was aber wenn ich mich nicht gerne treffen würde?

Ich finde diesen Gedankengang auch so interessant, weil er uns auch eine andere Perspektive schenkt, denn was ist denn wenn du dich nicht treffen möchtest oder diese Person als unangenehm empfindest? Wenn du plötzlich eine Person siehst, die doch so viele Ambitionen und Träume im Leben hatte, doch diese aufgeben hat? Wenn es eine Person ist, die Charakterzüge entwickelt hat, auf die du nicht stolz bist? Dann heißt es nun nicht den Kopf in den Sand setzen, sondern diese Erkenntnis vielmehr als Chance sehen. Als Chance für Besserung.

Was kann ich daraus jetzt für mein Leben mitnehmen?

Ganz einfach, wenn ich mich mal wieder dabei ertappe mich kleiner zu machen als ich bin und andere Menschen in die Lüfte lobe, doch dabei selber nur Negatives über mich zu sagen habe, dann erinnere ich mich an diesen Brief, denn ehrlich gesagt würde ich mich gerne selber treffen und ja, ich kann stolz auf mich sein, ohne mich gleichzeitig schlecht fühlen zu müssen, falsch wirken zu können.

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