Gedankenpost: Wieso ich das Leben nun einfach fließen lasse

Hallo meine Lieben,
es ist 2020, wenn ich mich so umhöre hat scheinbar jeder Mensch um mich herum eine ewig lange Liste mit Dingen, die er oder sie im neuen Jahr implementieren möchten. Sei es der Klassiker mehr Sport zu machen und sich besser zu ernähren oder das Rauchen aufzuhören. Hier möchte ich darauf eingehen, wieso ich keine Liste habe und wieso ich vor allem Anfang des Jahres keinerlei Druck auf mich oder mein Leben aufbauen möchte und es „fließen lassen“ will.

Wenn man sich meinen Jahresrückblick so anschaut, dann sieht man das mein letztes Jahr vollgepackt war mit Reisen, Abenteuer und jeder Menge Aufregung. Was man nicht sieht, ist wie anstrengend es war und wie viel Planung dies beinhaltete. Ich bin kein Mensch der viel plant, ganz im Gegenteil, ich liebe es einen neuen Ort zu besuchen und dann auf eigene Faust die Stadt oder das Land zu entdecken, statt unzählige Stunden im Internet Artikel durchzulesen, Flüge und Preise zu vergleichen oder den Lonely Planet Reiseführer durchzuarbeiten. In meinen Augen verliert so das Reisen den Überraschungseffekt und entwickelt sich eher zu unnötigem Druck, eine bestimmte Liste an Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten.

Durch die Planung und dem Wunsch meinen größten Traum zu erfüllen, habe ich mir viel Druck aufgebaut und war vor allem im letzten Drittel des Jahres ausgelaugt und wollte einfach mal an einem Ort bleiben. Da dies durch meine bereits geplanten Reisen nicht möglich war. Nun sieht die Welt aber anders aus, versteht mich nicht falsch, ich habe erst vor kurzem meine Liste mit all den Dingen, die ich in meinem Leben machen möchte aktualisiert, doch genieße ich es im Moment einfach zu leben, kein planen, keine Gedanken an zukünftige Reisen, kein unnötiges Druck aufbauen, etc.

Eine Basis aufbauen

Ich habe auch im letzten Jahr einsehen müssen, dass ich nicht mehr so reisen möchte, wie ich es bisher gemacht hat. Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Hostelleben und denke auch, dass ich diesem in Zukunft noch nicht abdanken werde, doch zugleich möchte ich langsamer reisen und mir mehr Zeit nehmen Land und Leute kennenzulernen. Sicherlich werden die Leute, dich mich auf Reisen kennengelernt haben und meine Reisegeschwindigkeit kennen, nun schmunzeln, da ich schon ziemlich langsam reise, doch auf Reisen auch noch zu arbeiten, schränkt mich zeitlich sehr ein.

Der Gedanke mir irgendwo einen Basis aufzubauen und so immer wieder einen Rückzugsort, abseits von Hostels und Co. zu haben, wir in meinen Augen immer attraktiver. Hierbei stellt sich nur die Frage „Wo?“. Meine Gefühle zu Deutschland haben sich auch in den letzten Monaten nicht geändert und ich meine Basis nicht in Europa. Doch auch diese Frage hat Zeit, denn momentan genießen ich mein Leben hier in Mexiko Stadt. Ob Mexiko Stadt sich als Basis eignet ist fraglich, da ich mittlerweile die Natur und die Ruhe vermisse, doch auch diese Stadt hat viele Vorteile.

Kein Druck

Wie wohl jeder Mensch mit „Hummeln in der Fott“ und einer Lebens To-Do Liste, die scheinbar von der Arktis bis zur Antarktis reicht, bin ich eine Künstlerin darin mir Druck auszuüben. In gewisser Weise ist dies sicherlich ein guter Punkt, da ich ohne Druck, wohl mehr dazu tendieren würde, Dinge schleifen zu lassen. Gleichzeitig bringt das auf Dauer eine gute Portion unnötigem Druck mit sich. Durch meine konkreten Ziele im letzten Jahr habe ich auch hier wieder einsehen müssen, dass dieser Druck mehr hinderlich als produktiv ist.

Vor allem ist einer dieser negativen Aspekte auch, dass das Leben auf der Spur bleibt und man so damit beschäftigt ist, Dinge zu machen und zu planen, dass man den Moment nicht mehr genießen kann.

Der Luxus einer Pause

Ich würde meine Zeit hier in Mexiko Stadt sicherlich als eine Pause bezeichnen. Immer wenn ich darauf angesprochen werde, wie es dazu kommt, dass ich nun hier in Mexiko Stadt lebe, sage ich immer das gleiche „Ich brauche eine Pause vom Reisen“. Auf Reisen passiert viel in kürzester Zeit, vor allem wenn man alleine unterwegs ist und Verantwortung und Planung nicht auf eine andere Person abwiegen kann, daher braucht man auch mehr Zeit, um all das Geschehene zu verarbeiten.

Mir so eine Pause gönnen zu können und hierbei ein kleines Quartier aufzubauen wo ich möchte, ist ein Luxus den ich absolut wertschätze. Wenn ich beispielsweise morgen plötzlich keine Lust mehr auf Mexiko Stadt habe, dann spricht nichts dagegen einen Bus an den Strand zu nehmen oder in ein anderes Land zu reisen. Auch die Freiheit zu haben, um zu sagen „Hey, ich belasse es jetzt erstmal dabei und genieße es einfach mein Leben fließen zu lassen, statt zu versuchen aktiv Dinge anzugehen“. Das bedeutet nicht, dass ich bis in die Puppen schlafe und auch so alle meine Ambitionen hinten anstelle, ganz im Gegenteil, ich habe immer noch meine Arbeit mit Deadlines, ich habe immer noch meine Ziele die ich erreichen möchte und Wünsche, die nur darauf warten in Erfüllung zu gehen, doch ohne Druck lebt es sich leichter.

Ich bin bereits in einem vergangenen Gedankenpost darauf eingegangen, dass manche Dinge eben nicht erzwungen werden können und wie es Charles Bukowski an seinem Grabstein stehen hat „Stop trying“. Oftmals machen wir durch unsere Gedankengänge unser Leben viel schwieriger als es eigentlich ist.

Was für mich das „Leben fließen lassen“ bedeutet

Was bedeutet eigentlich das „Leben fließen zu lassen“? Für mich bedeutet es nichts erzwingen zu wollen. Chancen, Möglichkeiten und Situationen so zu nehmen wie sie sind, statt diesen ein Label aufzudrücken oder diese mit meinen eigenen Erwartungen und Gedanken zu zerstören. Dankbar für das zu sein was man hat, statt bereits die nächste 20 Dinge zu planen und den Moment gar nicht genießen zu können. Es bedeutet für mich, mir die Zeit zu nehmen die ich brauche, sei es um das letzte Jahr zu verarbeiten, wieder Kraft zu tanken oder auch meine Gedanken zu ordnen. Ohne Druck und ohne Zwang!

So, der Artikel ist nun schon wieder länger geworden, als ich eigentlich wollte, daher werde ich mich hier mal Bremsen. Hast du schonmal bewusste eine Pause genommen und dein Leben einfach fließen lassen? Weitere Gedankenpost findest du hier!

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1 Kommentar

  1. 6. Januar 2020 / 20:01

    Ich kann es total verstehen, dass man irgendwann reisemüde wird. Ich, die bisher nicht über 6 Wochen Rundreise Schottland-Kanada-New York City hinaus gekommen ist kenne sogar das Gefühl, wenn die vielen Eindrücke einen überladen. Und wenn du dann noch von unterwegs arbeitest und es quasi nie endet weil alles schon geplant…schwierig.

    Ich habe mir selber konkrete Ziele für 2020 gesetzt und auch Langzeitziele und das hat letztes Jahr auch wunderbar funktioniert. Damit es nicht in Druck ausartet gebe ich mir kein Zeitlimit sondern es reicht mir, wenn ich beim Zähneputzen immer mal wieder auf mein Vision Board schaue und meine Ziele ins Unterbewusstsein sickern. Dann werde ich schon so wie es sich richtig anfühlt die richtigen Schritte unternehmen 🙂 Klingt paradox, aber mehr fließen zu lassen gehört übrigens auch zu meinen Zielen dazu 😉

    Liebe Grüße

    Kerstin von liebesmojo.de

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