Meine Reise: 2019, rund zwei Monate allein · aktualisiert im Oktober 2026

Ich habe mich in Medellin keine Sekunde ängstlich oder bedroht gefühlt, ganz im Gegenteil die Freundlichkeit der Kolumbianer ist der absolute Wahnsinn! Dennoch sollte man nicht seinen gesunden Menschenverstand vergessen, denn passieren kann immer etwas!
Die Sicherheitslage bei meiner Reise 2019
Die folgenden Erlebnisse stammen von meiner Reise 2019. Die Lage kann sich seitdem verändert haben. Die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise findest du beim Auswärtigen Amt.
Als ich 2019 dort war, war Kolumbien eher so mittelmäßig sicher, ich konnte beispielsweise nicht über die Grenze nach Ecuador, da auf dem Weg zwischen Cali und Popayan starke Demonstrationen sind und als „Druckmittel“ gerne mal Touristen gekidnappt werden. Zum Glück habe ich davon noch früh genug gehört, auch nur durch Zufall von einem Deutschen der gerade noch über die brennenden Barrikaden auf die andere Seite gehen konnte. Angeblich sind die Demonstrationen wieder vorbei, doch als „sicher“ kann man dieses Gebiet nicht benennen.
Wenn man sich auch mal die Seite des auswärtigen Amtes anschaut, wird man eine ganze Reihe an Gegenden bekommen, die eher weniger sicher sind und die teilweise komplett gemieden werden sollten. Auch in Großstädten wie Medellin, Bogota oder Cali gibt es unsichere Ecken, hierbei ist man aber am besten bedient. Wenn man sich einfach an die Locals hält.
In den ländlichen Gegenden, wie Darien, wo ich mich gerade aufhalte, geht es ziemlich familiär zu. Ich fahre hier fast täglich mit Locals auf dem Motorrad mit, da mein Hostel weit weg von der Stadt ist. Zudem ist die Insel San Andrés sehr sicher.
Kann man als Frau alleine Kolumbien bereisen?
Ja, du kannst als Frau alleine Kolumbien bereisen, mit genügend Menschenverstand und einer dicken Haut. Die Männer nehmen sich hier schon einiges raus, man kann es auf die Mentalität schieben, doch sollte man klar die Grenzen aufzeigen. Ich habe hier manchmal das Gefühl als sei es für sie wie ein Spiel. Schön und angenehm ist das sicherlich nicht. Ich gehe auch generell abends nicht alleine raus, nehme keinen Nachtbus und wenn ich ein schlechtes Gefühl bei einem Weg habe, dann lasse ich es bleiben.
So Situationen, wie in Asien, morgens früh um 6, im dunkeln von der Bus Station bis zum Hostel laufen, mache ich hier zum Beispiel nicht. Generell gebe ich hier mehr Geld für Taxis oder Uber aus, einfach weil ich mein Glück nicht herausfordern möchte.
Tipp: Ich hatte es schon öfters leider, dass ich verfolgt wurde oder belästigt wurde (nicht nur in Kolumbien), die Lösung ist entweder in einen Laden oder Restaurant zu gehen oder direkt um Hilfe zu beten bei einem Local. Vor allem die Kolumbianer sind so freundlich und offen, dass sie dich zu einem Taxi, etc. begleiten.

Sei nicht dumm!
Tatsache ist, dass man überall ausgeraubt werden kann. Auch in Deutschland oder wie ich in Santiago de Chile am helllichten Tag. Wichtig ist, dass man Kreditkarten und Reisepass möglichst eingeschlossen in der Unterkunft lässt. Ich nehme diese Sachen nur mit, wenn ich sie wirklich brauche. Auch meine Kamera nehme ich nur selten mit, was ziemlich schade ist. Ich schaue lieber erstmal wie die Lage so ist und versuche die Situation einzuschätzen. Hier in den Bergen oder auf San Andres und Providencia war das absolut kein Problem. In Cali oder Medellin, würde ich es dennoch lieber sein lassen.
Meine Stationen: Wo ich mich wie gefühlt habe
- Bogotá: Hauptstadt auf 2.600 Metern. Ich habe im Hostel gewohnt und mich an die üblichen Regeln gehalten.
- Medellín: Hier hatte ich einen Freund als Local an meiner Seite und habe mich keine Sekunde unsicher gefühlt.
- Cali: Ehrlich gesagt die Stadt, die sich für mich am unsichersten angefühlt hat. Hier war ich besonders abends vorsichtiger.
- San Andrés & Providencia: Einen ganzen Monat war ich auf den Inseln, habe dort im Hostel volontiert und meinen Tauchschein gemacht. Die Inseln waren für mich sehr sicher und entspannt.
Meine komplette Route mit allen Etappen findest du in meiner Kolumbien Rundreise, mehr zur Insel im San-Andrés-Guide.
Fazit: Ist Kolumbien sicher
Ich bin der Meinung, dass der Ruf schlechter ist als die Realität. Die Kolumbianer sind ein wahnsinnig freundliches Volk, was sehr offen und hilfsbereit ist. Dennoch muss man aufpassen und sollte seine Wertgegenstände nicht unnötig in der Öffentlichkeit präsentieren. Auch als Frau kann man Kolumbien alleine bereisen, ich bin das beste Beispiel, doch brauch man eine dicke Haut.
Es hilft natürlich auch wenn man spanisch sprechen kann, woran ich gerade noch arbeite. So kann man in schwierigen Situationen um Hilfe fragen oder auch eine Konversation starten, um von der Situation abzulenken. Kolumbien ist sicherlich nicht das sicherste Land der Welt, doch mit Hintergrund auf die Geschichte, ist es heutzutage um einiges sicherer. Ehrlich gesagt habe ich viel schlimmere Stories von Ecuador gehört, also schauen wir mal wie das so läuft!
Häufige Fragen: Ist Kolumbien sicher für Frauen?
Kann man als Frau allein nach Kolumbien reisen?
Ja. Ich war 2019 rund zwei Monate allein in Kolumbien unterwegs. Mit gesundem Menschenverstand, einer dicken Haut gegenüber Sprüchen von Männern und etwas Vorsicht abends ist das gut machbar.
Welche Orte in Kolumbien sind sicher für Alleinreisende?
Bei meiner Reise habe ich mich in Medellín (mit einem Local an meiner Seite) und auf San Andrés und Providencia sehr sicher gefühlt. Cali fand ich etwas unsicherer. Wie die Lage aktuell ist, prüfst du beim Auswärtigen Amt.
Wie sicher ist Medellín?
Ich habe mich in Medellín keine Sekunde bedroht gefühlt, die Menschen waren unglaublich freundlich. Geholfen hat, dass ich einen Freund vor Ort hatte. Unsichere Ecken gibt es wie in jeder Großstadt.
Sollte man nachts Taxi oder Uber nehmen?
Ja. Ich habe in Kolumbien bewusst mehr Geld für Taxis und Uber ausgegeben, statt abends oder früh morgens im Dunkeln zu Fuß zu gehen, und bin keine Nachtbusse gefahren.
Warst du schonmal in Kolumbien? Wenn ja, wie waren deine Erfahrungen? Mehr Solo Travel Artikel findest du hier, wie Chihuahua.


Mehr zum Alleinreisen als Frau findest du in meinem ausführlichen Guide. Wenn du Kolumbien mit weiteren Zielen verbinden möchtest, hilft dir der Südamerika-Guide – und bei der konkreten Planung meine Reiseberatung.
Häufige Fragen: Ist Kolumbien sicher?
Ist Kolumbien sicher für Touristen?
Ja, die beliebten Reiseregionen wie Medellín, Cartagena, Bogotá, die Kaffeezone und der Tayrona-Nationalpark gelten heute als gut bereisbar. Das Hauptrisiko ist Kleinkriminalität und Diebstahl, nicht Gewalt gegen Reisende. Prüfe vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts.
Ist Kolumbien sicher für Frauen, die alleine reisen?
Ja, viele Frauen reisen allein durch Kolumbien. Mit gesundem Menschenverstand – nachts nicht allein in unbekannten Vierteln unterwegs sein, Wertsachen nicht offen zeigen, angemeldete Taxis oder Fahr-Apps nutzen – ist es gut machbar.
Welche Regionen sollte man in Kolumbien meiden?
Grenzregionen zu Venezuela, abgelegene ländliche Gebiete mancher Departments (etwa Teile von Cauca oder die Region Catatumbo) sowie einsame Gegenden nach Einbruch der Dunkelheit. Halte dich an bekannte Reiserouten und beliebte Regionen.
Was bedeutet „No dar papaya“?
Wörtlich „keine Papaya geben“ – biete Dieben keine leichte Gelegenheit. Zeige kein teures Handy offen, trage keine sichtbaren Wertsachen und bleib aufmerksam. Es ist die wichtigste Alltagsregel in Kolumbien.
Du willst nach dem Sicherheits-Check direkt planen? Meine Kolumbien-Rundreise für 3 Wochen führt dich durch genau die Regionen, die ich oben empfehle. Und wenn du Lateinamerika-Ziele vergleichst: So sieht es in Mexiko als alleinreisende Frau aus.
Zwei Texte, die hier direkt anschließen: wie ich unterwegs mit Catcalling und Belästigung umgehe und die sichersten Länder für alleinreisende Frauen.

Yvonne Karnath schreibt seit 2011 über das Alleinreisen als Frau. Sie lebt in Austin, Texas, und reist von dort regelmäßig, vor allem durch Lateinamerika: Mexiko hat sie seit 2016 über zehnmal bereist, dazu Kolumbien, Guatemala, Belize, Costa Rica und Kuba. Außerdem war sie in Südostasien unterwegs, unter anderem in Thailand, auf Bali und den Philippinen, und insgesamt auf allen sieben Kontinenten, auch in der Antarktis. Was sie selbst erlebt hat, erzählt sie aus erster Hand. Wo sie sich auf Recherche stützt, sagt sie das dazu.
Sehr spannend, wie du hier berichtest und über die Lage aufklärst! Finde ich super.
Ein sehr spannender Post.
Ich denke, dass überall etwas passieren kann und wenn man Angst hat dürfte man gar nicht mehr aus dem Haus.
Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann